Als wir tanzten (mittwochs: OmU) (Bundesstart)

  • GE/SWE 2019
  • 106 Min
  • Regie: Levan Akin
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Mittwochs: Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
  • offizielle Filmseite
als wir tanzten

Vorführungen:

  • Do, 23. Juli 2020 – So, 26. Juli 2020 um 17:00 Uhr
  • Di, 28. Juli 2020 – Mi, 29. Juli 2020 um 20:30 Uhr

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.

Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Director’s Statement

In Georgien gibt es drei Dinge, die als Inbegriff der Tradition und der nationalen Identität hochgehalten werden: die Kirche, der traditionelle mehrstimmige Gesang und der traditionelle Nationaltanz.

Der Hauptdarsteller meines Films trägt den gleichen Namen wie ich, sein Name ist Levan und er ist Tänzer. Auch ich habe früher getanzt – und mir vorgestellt, in einem Paralleluniversum er zu sein. Ich habe viele Tänzer interviewt und sie haben mir alle erzählt, wie konservativ und streng die georgische Tanzszene in Bezug auf Geschlechtervorstellungen ist. Also habe ich mich dazu entschlossen, die Story in diesem Umfeld anzusiedeln. Der georgische Nationaltanz sollte für das Alte stehen, die aufkeimende Liebe zwischen den beiden Tänzern für das Neue.

Mit diesem Film habe ich mich zurück zu meinen Wurzeln als Filmemacher begeben, d.h. ich habe auf ganz ursprüngliche Weise gearbeitet. Das echte Leben der Leute, die im Film zu sehen sind, und die aktuellen Geschehnisse in Georgien haben die Geschichte unmittelbar beeinflusst. Und diese entwickelt sich immer weiter. Im engeren Sinne erzählt der Film die Geschichte von jungen queeren Menschen und von deren Schwierigkeiten, aber in einem größeren Rahmen auch von der Historie und der heutigen Lage des Landes. Der Film wird vielen Leuten einen sehr interessanten Einblick in einen Teil der Welt bieten, den sie nicht kennen. Und es ist ein aufrichtiger Film über die Bedeutung frei zu sein.