Architektur und Film – DIE ZWEITE 2021: Die Unsichtbaren – Im Labyrinth der Großstadt

  • mit Filmeinführung

Vorführungen:

  • Di, 9. November 2021 um 19:30 Uhr
  • Di, 16. November 2021 um 19:30 Uhr
  • Di, 23. November 2021 um 19:30 Uhr
  • Di, 30. November 2021 um 19:30 Uhr

AKNW November 2021: Die Unsichtbaren – Im Labyrinth der Großstadt

Die rapide wachsenden Mega-Metropolen dieser Welt sind städtebaulich einem atemberaubenden Wandel unterworfen. Diese architektonischen Metamorphosen sind eng mit sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts wie auch die Globalisierung der letzten Jahrzehnte ließen einige Metropolen regelrecht explodieren, so dass die Stadtplanung dem Expansionsdruck oft nicht mehr standhalten konnte. Ein Folgeproblem war das Auseinanderklaffen von Arm und Reich, das sich niederschlägt im unmittelbaren Kontrast von eingefriedeten Luxuswohnsiedlungen und verwahrlosten Slums, in dem große, völlig verarmte Bevölkerungsschichten verzweifelt ums Überleben kämpfen. Dieses soziale Gefälle steht in der Reihe Die Unsichtbaren – Im Labyrinth der Großstadt im Fokus: Inwieweit bestimmt das städtische Umfeld Mechanismen sozialer Ungerechtigkeit? Dabei fangen die Filme gerade durch diese Blickweise die Atmosphäre so verschiedener Mega-Metropolen wie Mumbai oder Manila, Cassablanca oder Beirut faszinierend ein.


Die 23. Ausgabe der Reihe Architektur und Film, die das sweetSixteen-Kino in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW präsentiert, stellt 4 Spielfilme vor, die von Menschen verschiedenster Herkunft erzählen und auf der Suche nach Ihrem Platz in Betondschungeln, übervölkerten Elendsvierteln, engen Altstädten und ohrenbetäubenden Straßenverkehr.

Jeden Dienstag ab dem 09. November bis zum 30. November 2021 im sweetSixteen-Kino.
Jeweils um 19.30h, Eintritt je Vorstellung: 7 Euro.
Alle Filme mit einer Einführung. Essen und Trinken sind den aktuellen Coronamaßnamen angepasst.
Kartenreservierungen unter Angabe der gewünschten Vorstellung und Personenzahl sind telefonisch oder per Mail über das sweetSixteen-Kino möglich (Mo-So 11-17 Uhr: 0231.910-66 23 oder unter info@sweetSixteen-Kino.de) und werden dringend empfohlen. Vorbestellte Karten bitte bis 30 Min. vor Filmbeginn abholen: Bis dahin nicht stornierte/abgeholte Karten gehen in den offenen Verkauf.

DHOBI GHAT – Mumbay Diaries
Di., 9. November 2021, 19:30 Uhr
(IND 2011 · 100 Min. · OmU)

Capernaum – Stadt der Hoffnung
Di., 16. November 2021, 19:30 Uhr
(LBN/USA/FR/CYP/QAT/UK 2018 · 126 Min. · OmU)

WWW – What a wonderful world
Di., 23. November 2021, 19:30 Uhr
(MAR/FR 2006 · 99 Min. · OmU)

Lola
Di., 30. November 2021, 19:30 Uhr
(F/PHIL 2009 · 110 Min. · OmU)


Di 09. November 2021, 19.30 Uhr
DHOBI GHAT – Mumbay Diaries

Liebe und Sehnsucht in Bombay: Geschichten brauchen keine Erzähler. Sie erzählen sich selbst auf immer neue Weise in jedem Medium, das sie finden. In den Häusern von Dhobi Ghat, in den Gemälden des erfolgreichen Malers Arun, der in den alten Stadtteil Bombays zieht, in den Fotografien der Amerikanerin Shai, die Arun auf einer seiner Kunstausstellungen begegnet und ihn nach einer gemeinsamen Nacht nicht ziehen lassen will, in den persönlichen Videobriefen von Aruns Vormieterin Yasmin entstehen die Geschichten, die Kiran Raos Bombay Diaries schreiben. Bombay Diaries ist der Debütfilm der indischen Regisseurin Kiran Rao. Anders als sonst bei Filmen aus ‘Bollywood’ üblich, handelt es sich bei dem Film nicht um ein buntes Musical, sondern um einen realistischen Arthouse-Film, weshalb Bombay Diaries auch als möglicher Vorbote einer neuen indischen Filmbewegung gilt.
(Spielfilm, IND 2011, 100 Min., OmU, FSK ab 6 Jahren, Regie: Kiran Rao)

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Di 16. November 2021, 19.30 Uhr
Chapharnaüm – Capernaum – Stadt der Hoffnung

Ungefähr zwölf Jahre alt ist Zain, niemand weiß es genau. Mit seiner 10-köpfigen Familie lebt er in einer 2-Zimmer-Wohnung eines Elendsviertels in Beirut. Jeden Tag steht er mit seinen Geschwistern auf der Straße, um etwas Geld zu verdienen. Nachdem er wegen eines schweren Vorfalls zu fünf Jahren Haft verurteilt wird, klagt er seine Eltern an. Er wirft ihnen vor, ihn zur Welt gebracht zu haben. Ein Albtraum für jedes Kind und doch die Realität: In einer mehrfach kriegszerstörten Stadt zur Welt zu kommen, tagtäglich ums Überleben zu kämpfen gegen den Hunger, die Verschmutzung, die Gewalt. Regisseurin Nadine Labaki zieht den Zuschauer in den Slum hinein, wir werden ins Unglück gesaugt und finden aus den engen, verwahrlosten Gassen keinen Ausweg. Kann man es bis zum schönen Stadtzentrum schaffen, das weit weg im Hintergrund so unerreichbar wirkt?
Regisseurin Nadine Labaki hat mehrere Jahre damit verbracht, ihre Geschichte auf eine authentische Art zu verwirklichen. Ihre ProtagonistInnen sind Menschen, die tatsächlich in Beirut in den gezeigten Bedingungen leben.
(Spielfilm, LBN/USA/FR/CYP/QAT/UK 2018, 126 Min., OmU, FSK ab 12 Jahren, Regie: Nadine Labaki)

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Di 23. November 2021, 19.30 Uhr
WWW – What a wonderful world

Arbeitsalltag in Casablanca: Kamel bringt kaltblütig Menschen um, bekommt die Aufträge aus dem Internet. Akribisch genau dirigiert Kenza den Verkehr von ihrem Podest aus in der Mitte einer Kreuzung. Souad putzt in ihrer rosa Uniform Häuser reicher Familien und prostituiert sich gelegentlich. Nachts sitzt Hicham als Hacker im Internet-Café und verfälscht Dokumente. Er will die Metropole, vor allem den Kontinent, verlassen. Die vier Menschen begegnen sich im heutigen Casablanca, das, von ihren Bewohnern mal zärtlich, mal kühl Kaza genannt, zum Ausgangspunkt dramatischer Verstrickungen wird. Casablanca ist nicht nur ein legänderer Film aus Hollywood, es ist auch eine real existierende Stadt voller Kontraste, modern und archaisch in einem. Hier lebt Kamel als Auftragskiller in einer Art Einzimmer-Penthouse und verliebt sich in eine Verkehrspolizistin.
(Spielfilm, MAR/FR 2006, 99 Min., FSK ab 12 Jahren, OmU, Regie: Faouzi Bensaïdi)

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Di 30. November 2021, 19.30 Uhr
Lola

Zwei Großmütter, die mehr schlecht als recht an der Basis der Gesellschaftspyramide leben, müssen sich außergerichtlich arrangieren. Der Enkel der einen hat den Enkel der anderen getötet – ein eher unglücklicher Betriebsunfall im alltäglichen Überlebensgeschäft. Nun gilt es für die eine, irgendwie die Beerdigungskosten zusammenzubekommen, für die andere, den dringend benötigten zusätzlichen Einkommensbringer aus der Untersuchungshaft freizubekommen.

„Meine Drehbuchautorin Linda Casimiro hat sich für Lola zweier verschiedener Quellen bedient: zum einen einer Fernsehnachricht über einen Dieb, dessen Großmutter das Gericht bekniete, ihren Enkel freizulassen; zum anderen eines Zeitungsberichts über eine Großmutter, der das Geld für die Beisetzung ihres Enkels fehlt. Wir packten beides zusammen und siedelten unsere Story zur Regenzeit in Malabon, einem Stadtteil nahe der Bucht von Manila, an. Es ist wirklich hart, in diesem Teil der Stadt zu leben. Er ist permanent überflutet. Das war nicht immer so. Irgendwann kam das Wasser – wer weiß, woher. Trocken wird das Gebiet wegen der vielen Regengüsse und Taifune nicht mehr. Es gibt dort keine funktionierende Kanalisation, deshalb fließt das Wasser nie mehr ganz ab. Der Regierung ist das egal.
Trotzdem müssen die Bewohner irgendwie mit der Situation klarkommen. Sie haben auch gar keine andere Wahl. Sie können nicht weg, sie sind zu arm, sie haben gerade genug zum Überleben.“ (Brillante Mendoza)
(Drama, F/PHIL 2009, 110 Min., OmU, FSK ab 12 Jahren, Regie: Brillante Mendoza)

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