Architektur und Film: Peter Behrens Double Feature (Doku) + Einführung

  • DE 2015
  • Regie: Alexander Lorenz
  • 54 Min
  • FSK 0

Vorführungen:

  • Di, 26. März 2019 um 19:30 Uhr

Architektur und Film – Form folgt Funktion. Architektur und Design

Jeden Dienstag zwischen dem 19. März und 09. April 2019 im sweetSixteen-Kino
Jeweils um 19.30h
Alle Filme mit Einführung und einem kleinen Snack im Anschluss

Eintritt je Vorstellung: 7 Euro

Kartenreservierungen unter Angabe der gewünschten Vorstellung und Personenzahl sind telefonisch oder per Mail über das sweetSixteen-Kino möglich (Mo-So 11-17 Uhr: 0231.910-66 23 oder unter info@sweetSixteen-Kino.de).

Vorbestellte Karten bitte bis 30 Min. vor Filmbeginn abholen.


Die 19. Ausgabe der Reihe Architektur und Film, die das sweetSixteen-Kino in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW präsentiert, stellt Architekten an der Schnittstelle von Architektur und Design vor, die mit ihren Arbeiten Maßstäbe setzten und das Lebensgefühl ihrer Zeit mit prägten: “Gutes Design ist wie die Möglichkeit zum Mond zu fliegen. Nur wenige werden es jemals direkt tun können, aber das Bewusstsein dieser Möglichkeit hat das Leben von Millionen von Menschen verändert.“ (Ettore Sottsass)

Gezeigt werden folgende Filme (Infos weiter unten):

Di., 19. März 2019, 19:30 Uhr
Eero Saarinen – The Architect who saw the Future
Vorfilm: Eero Saarinen – Shaping the Future

Di., 26. März 2019, 19:30 Uhr
Peter Behrens Double Feature:
Peter Behrens – Vom Skizzenblock zum Alexanderplatz
Umbautes Licht – Manifest der Industriekultur

Di., 2. April 2019, 19:30 Uhr
Rams

Di., 9. April 2019, 19:30 Uhr
Eames – the Architect and the Painter


Die Bereiche Architektur und Design als angewandte Wissenschaften und künstlerische, kreative Berufe gleichermaßen sind seit der Moderne eng verwandt. Die ersten Designer des 20. Jahrhunderts waren Architekten, die für ihre Bauten die dazu passenden Interieurs selbst gestalteten. Ob Gebrauchsgegenstand, Möbel oder Besteck – immer wieder verwirklichen Architekten im Industrie- und Interior-Design ihre eigenen architektonischen Ideen konsequent weiter. In der Auseinandersetzung mit der Funktion eines Gegenstandes sowie dessen Interaktion mit dem Benutzer entstehen Objekte, die von Funktionalität einerseits, von Originalität, Wiedererkennungswert und Innovation andererseits geprägt sind.

Der Film Eero Saarinen – The Architect who saw the Future des Regisseurs Peter Rosen erzählt von Leben und Werk des finnisch-amerikanischen Architekten, dessen visionäre, spektakuläre Bauten wie der Gateway Arch in St. Louis und der TWA-Terminal am Flughafen New York die amerikanische Architektur seit den 1950er Jahren stark beeinflussten. Der Film begibt sich zusammen mit seinem Sohn Eric (er ist Kameramann des Films) zu den berühmtesten Konstruktionen Eero Saarinens; die Verwendung von Drohnen bei der Aufnahme präsentiert die Architektur Saarinens in ungewohnter Perspektive und verstärkt
ihre futuristische, fast alienhafte Anmutung. Sehr einflussreich betätigte sich Saarinen auch als Designer und erschuf unter anderem den ikonografischen „Tulip-Chair“ und andere revolutionäre Möbel, die sich durch runde, organische Formen auszeichneten. Vorfilm: Eero Saarinen – Shaping the Future: Biografie und wichtige Projekte Saarinens, kommentiert von ehemaligen Mitarbeitern, Freunden und namhaften Architekten.

Der wandlungsfähige Universalkünstler Peter Behrens war erfolgreich als Maler, Produktdesigner und Architekt. Sein besonderes Interesse galt aber der Verbindung dieser Disziplinen. So wurde er im Rahmen
seiner Tätigkeit als „Künstlerischer Beirat“ für die AEG zum Pionier des Corporate Design. Er war Pionier der Entwicklung der Neuen Sachlichkeit und ein Wegbereiter des Bauhauses. Damals noch unbekannte Architekten wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier arbeiteten in seinem Büro und wurden stark von Behrens‘ Methoden und seiner Sachlichkeit geprägt. Der Film Peter Behrens – Vom Skizzenblock zum Alexanderplatz portraitiert Behrens‘ Architektur und kombiniert die Aufnahmen mit Interviews über seine Arbeit. Noch heute zeigen seine Entwicklung von den Ornamenten des Jugendstils zur Sachlichkeit der Industriearchitektur überraschende Umsetzungen und zukunftsweisende Ansätze, denen
der Film nachspürt. Anschließend: Umbautes Licht – Manifeste der Industriearchitektur: Film über das Verwaltungsgebäude der Hoechst AG in Frankfurt von Peter Behrens, 1924 fertig gestellt und umgangssprachlich „Umbautes Licht“ genannt. Prägend sind der Turm und die Brücke des Gebäudes, die Hoechst AG nutzte sie in ihrem Firmenlogo und machte damit auch das Gebäude weltberühmt.

Dieter Rams gilt als der bedeutendste Designer Deutschlands, bekannt durch Entwürfe wie das Regalsystem 606 für Vitsoe oder die stilprägenden Elektrogeräte für die Firma Braun, für die Rams zunächst als Architekt tätig war, später als Chefdesigner. Sein Credo: „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“. Sein Vermächtnis sind die „Zehn Thesen für gutes Design“, die immer noch Aktualität beweisen.
Der Film Rams lässt keinen der Meilensteine der Karriere des Designers aus. Wir folgen dem mittlerweile 86-jährigen Rams nach London zur Produktion des 606 oder erleben den sichtlich gerührten japanischen Designer Naoto Fukasawa, als er das erste Mal das legendäre Braun-Taschenradio T3 in den Händen hält.
Es gilt als Inspiration für Apples iPod, was Rams gerade in den vergangenen Jahren neue Popularität verschafft hat. Soundtrack von Brian Eno.

Eames – the Architect and the Painter erzählt die Geschichte des bedeutendsten Designer-Ehepaares des 20. Jahrhunderts – Charles und Ray Eames. Ihre Experimente im Umgang mit geformtem Sperrholz waren Pionierleistungen. Und die daraus hervorgegangenen innovativen Möbelentwürfe aus Formholz und Fiberglas stilbildend für das US-amerikanische Nachkriegsdesign. Mit ihrem „Eames Lounge Chair“ etwa
erreichte das Gestalter-Ehepaar Weltruhm. Das Modell steht wie kein zweites Möbelstück für die organische Formensprache der Moderne. Die Innovationskraft und Neugierde der Eames erstreckte sich in unterschiedlichsten Projekten auf die Bereiche Architektur, Ausstellung, Bildende Kunst, Film, Foto sowie
Industrie- und Möbeldesign. Der Film beschreibt nicht nur das berufliche Schaffen dieses  außergewöhnlichen Paares. Auch das private Leben der beiden Designer wird anhand von Archivmaterialien wie Filmen und Briefen sowie Interviews mit Experten, Mitarbeitern und Familienangehörigen erzählt.


Alle Veranstaltungen im Überblick


Eero Saarinen – The Architect who saw the Future

Di., 19. März 2019, 19:30 Uhr

Der Film stellt die wichtigsten Bauwerke und Design-Entwürfe Saarinens vor. Durch die Mitwirkung seines Sohnes Eric als Kameramann entsteht neben einer packenden Dokumentation über amerikanische Architektur- und Designgeschichte eine sehr persönliche Vater-Sohn-Story. Mit äußerst raren Saarinen-
Interviews, privaten Fotos und Dokumenten.
(USA 2016, 70 Min, Originalfassung, Regie: Peter Rosen, Kamera: Eric Saarinen)

Vorfilm: Eero Saarinen – Shaping the Future
(USA 2008, Regie: Bill Ferehawk)


Peter Behrens Double Feature:

Peter Behrens – Vom Skizzenblock zum Alexanderplatz

Di., 26. März 2019, 19:30 Uhr

Die Entwicklung Peter Behrens‘ vom Maler und Vorreiter der sachlichen Architektur zum Pionier des modernen Industriedesigns. Im Mittelpunkt steht seine Arbeit für AEG, für die er eine
frühe Form der Corporate Identity schuf.
(D 2015, 33 Min, Regie: Alexander Lorenz)

Umbautes Licht – Manifest der Industriekultur

Portrait des expressionistischen Behrens-Hauses der Hoechst AG in Frankfurt. Faszinierende Detailaufnahmen zeigen den Einfluss der Malerei auf Behrens Architektur.
(D 1990, 24 Min, Regie: Boris Penth, Musik: Albert Mangelsdorff)


Rams

Di., 2. April 2019, 19:30 Uhr

Faszinierendes, sehr persönliches Portrait über den bedeutenden Industriedesigner der Moderne. Dieter Rams erklärt sein Prinzip „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“, und eindrucksvoll wird klar, wie aktuell und international anerkannt Rams Ideen auch heute noch sind.
(USA 2018, 73 Min, Originalfassung (fast nur in deutscher Sprache), Regie: Gary Hustwit, Musik: Brian Eno)


Eames – the Architect and the Painter

Di., 9. April 2019, 19:30 Uhr

Charles und Ray Eames gehören zu den wichtigsten Designern des 20. Jahrhunderts. Neben Möbeln schuf das Eames Office auch eine Vielzahl anderer Werke, von Multi-Media-Exponaten über Grafiken, Spiele, Filme bis zu Spielzeug. Der Dokumentarfilm zeigt die Arbeit der beiden Kreativen sowie ihren Einfluss auf die gesamte Designszene.
(USA 2011, 84 Min, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Jason Cohn, Bill Jersey)