Auf der Suche nach Fritz Kann – Am 18.01. mit Regisseurgespräch um 17.30h (Bundesstart)

    • mit Regisseurgespräch
    • DE/PL/AR 2022
    • 90 Min
    • Regie: Marcel Kolvenbach
    • FSK: keine Angabe
    • offizielle Filmseite

    Vorführungen:

    • Do, 12. Januar 2023 – So, 15. Januar 2023 um 17:00 Uhr
    • Mo, 16. Januar 2023 – Di, 17. Januar 2023 um 17:00 Uhr
    • Mi, 18. Januar 2023 – Mi, 18. Januar 2023 um 17:30 Uhr
    • Do, 19. Januar 2023 – So, 22. Januar 2023 um 20:30 Uhr
    • Mo, 23. Januar 2023 – Mi, 25. Januar 2023 um 20:15 Uhr

    Über Fritz Kann herrschte lange Zeit Schweigen in der Familie, kein einziges Foto verriet seine Existenz. Die Frage danach, wer Fitz Kann war, beschäftigt den Regisseur, seit er vor vielen Jahren in alten Familiendokumenten auf dessen Unterschrift stieß.

    Die letzte Lebensspur von Fritz Kann. Die Suche nach dem Deportierten führt uns von einem ehemaligen Schlachthof in Düsseldorf auf eine Reise über Polen nach Argentinien und zurück, nach Ost-Berlin. In dieser Zeit der Suche kreuzen sich die Wege von Marcel Kolvenbach mit den Wegen anderer Suchender. Im Zentrum stehen die Begegnungen mit Zeitzeugen, Nachkommen und Historikern. Die Choreografie der israelischen Tänzerin Reut Shemesh schafft einen imaginären Raum, der die Lücken in der Familiengeschichte neu interpretiert. Schließlich trifft der Filmemacher auf Familienangehörige von Fritz Kann. Wird sich die ursprüngliche Frage seiner eigenen Herkunft mit Hilfe der Familienerzählungen der Familie von Fritz Kann beantworten lassen?

    AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN ist ein Film über Erinnerung heute und Erinnerung als aktive Entscheidung – in Zeiten des wachsenden Antisemitismus in Europa.

    Regiestatement
    Dieser Film ist das Ergebnis einer sehr persönlichen Suche. Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland, die Rückkehr des Faschismus als politische Kraft in Europa, erstarkende identitäre und nationalistische Ideologien, all das gibt dieser Reise in die Vergangenheit eine neue bedrohliche Aktualität. Die Brutalität, mit der damals der deutsche Fritz Kann als Jude zum Fremden gemacht und aus Familie und Leben gerissen wurde, öffnet sich aktuellen Biographien, die heute Krieg, Flucht, Deportation und Rassismus erleben. Ganz bewusst betreten in der Choreographie von Reut Shemesh zwei Kinder die Bühne, die das inszenierte deutsch-jüdische Familienbild um Biographien ergänzen, die auf Wurzeln außerhalb Europas verweisen.