Auschwitz-Oswiecim vom Erinnern und Gedenken an den Holocaust

  • mit Filmgästen und Gespräch, mit Regisseurgespräch
  • PL/DE, 1997
  • 90 Min
  • Regie: Horst Herz
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • So, 28. Januar 2024 – So, 28. Januar 2024 um 13:00 Uhr

Auschwitz ist das Synonym für den industriellen Massenmord in den Todesfabriken und Vernichtungslagern der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten sowie Ausdruck des Rassenwahns des verbrecherischen NS-Staats und seiner Handlanger.

Bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Und dann – was tun mit den Resten der Gaskammern und Krematorien, der Folterstätten und Mordinstrumente an den authentischen Plätzen des historischen Geschehens? Welche Formen der Erinnerung und des Gedenkens sprechen die vielen jungen Besucher aus aller Welt – Menschen, für die die Ereignisse unendlich weit weg erscheinen, noch an? Während eines Besuches bei den Resten der ehemaligen Vernichtungslager und Todesfabriken der Nazis in Auschwitz (Oswiecim) am Rande des polnischen Kohle- und Stahlgebiets zwischen Kattowitz und Krakau, versuchen wir uns mit der Kamera dem realen Ort der historischen Ereignisse und das was man dort heute sieht und erlebt, anzunähern.

Wir machen uns auf den Weg durch das riesige Gelände in Birkenau, vorbei am „Aschesee“ und an den Resten der Gaskammern, der Krematorien, der „Rampe“, der „Sauna“ und den Baracken des „Zigeuner-“ und „Frauenlagers“. Immer wieder begegnen wir den neu errichteten, schwarzen Marmorblöcken und den großen Tafeln auf denen neben Texten, die bekannten, von der SS fotografierten Fotos von der Ankunft eines Deportationszuges mit Juden aus Ungarn, aufgedruckt sind. Wir nehmen auch wahr, dass in Birkenau gerade Heu geerntet wird, Störche nisten, jemand Pilze sucht und Kinder Eis essen.

Schließlich sind wir allein mit den vielen, so unterschiedlichen Bildern von Auschwitz die wir mitgebracht haben. Mit Besuchern aus aller Welt gehen wir später durch das 3 km entfernte „Stammlager“ mit den ehemaligen Häftlingsbaracken und durch die „Pappelallee“ – wie die Häftlinge eine der Lagerstraßen nannten. Der von Museumspädagogen vorgegebene Parcours führt uns vorbei an der „schwarzen Wand“, an den Folterstätten für perverse pseudomedizinische Versuche, an Reliquien und Installationen, vorbei auch, an Betroffenheitskitsch, Souvenirhändlern und hilfloser Kunst. Am nahen Fluss Soa wird gebadet. In der 4 km entfernten Altstadt von Oswiecim wird eingekauft und gefeiert. In der Hochhaussiedlung spielen Chemiearbeiter Basketball und durch den Bahnhof rollt ein langer Zug mit neuen Autos Richtung Krakau.