Vorführungen:

  • Sa, 6. August 2022 – So, 7. August 2022 um 15:00 Uhr
  • Sa, 13. August 2022 – So, 14. August 2022 um 15:00 Uhr
  • Sa, 20. August 2022 – So, 21. August 2022 um 15:00 Uhr
  • Sa, 27. August 2022 – So, 28. August 2022 um 15:00 Uhr

DARSTELLER:

Manfred Weber Cortzen, Kerstin Jannerup Gjesing, Magnus Millang, Henning Jensen, Magnus Millang, Ibi Stoving, Viola Martinsen


FILMKRITIK:

Buster kann zaubern, zumindest bildet sich das der Elfjährige aus einem Kopenhagener Vorort ein. Was Buster allerdings definitiv im Überfluss besitzt ist Phantasie, was seine Umwelt – von den Lehrern bis zu seinen Eltern – nicht immer mit Wohlwollen betrachtet.

Und nun sind Ferien, was für einen Jungen mit überbordender Phantasie ein Fest sein sollte. Doch Buster hat es nicht einfach, seine Schwester Ingeborg hat Probleme beim Gehen, sein Vater ist arbeitslos, so dass seine Mutter kaum Zeit hat. Wichtigster Kontakt in der Welt der Erwachsenen ist der Nachbar Herr Larsen, der Buster das Zaubern beibringt. Denn am Ende des Sommers findet ein Wettbewerb statt, bei dem Buster seine magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und vor allem endlich einmal seinen großen Konkurrenten Simon Olaf besiegen will. Und dann ist da noch das Mädchen Johanna, das in die Nachbarschaft gezogen ist und bei Buster ein seltsames, unbekanntes Gefühl im Magen verursacht.

In seiner dänischen Heimat ist Bjarne Reuter so beliebt wie Astrid Lindgren in Schweden. Seine Bücher zählen zum Standardstoff in den Schulen, werden mehr ausgeliehen als alle anderen und oft verfilmt. Vor fast 40 Jahren war es sogar Bille August, der eine erste Verfilmung der Abenteuer von Buster Oregon Mortensen in Angriff nahm. Einige Jahre später war Bjarne Reuter dann als Drehbuchautor an August Meisterwerk „Pelle der Eroberer“ beteiligt.

Auch wenn Martin Miehe-Renards Neuverfilmung „Busters Welt“ ein anderes Kaliber ist, überzeugt der Kinderfilm durch seinen phantasievollen, aber doch unsentimentalen Blick auf die Welt. Eine gewisse Zeitlosigkeit zeichnet das Kopenhagen von Buster aus, Smartphones oder ähnliche Zeichen der Gegenwart sind kaum zu sehen, Anfang der 80er Jahre, wie die Romanvorlage, spielt der Film aber auch nicht. Statt dessen in einer Zeit, die noch nicht vom Kampf um Likes und Kommentare in den sozialen Meiden geprägt ist, sondern von Abenteuern in der realen, statt in der virtuellen Welt.

Das Leben ist magisch heißt es auf den Plakat zu „Busters Welt“ und zumindest für ein Kind mit der Phantasie von Buster stimmt das. Was er in diesem Sommer erlebt, mag unspektakulär wirken, ist weit weg von den mit Spezialeffekten gespickten, der Hyperaktivität nahen Kinderfilmen, wie man sie heute oft sieht, aber gerade in seiner Langsamkeit, voller altmodischem Charme.

Michael Meyns
Programmkino.de