corpus christi

Vorführungen:

  • Do, 3. September 2020 – So, 6. September 2020 um 21:00 Uhr
  • Mo, 7. September 2020 – Mi, 9. September 2020 um 21:00 Uhr
  • Do, 10. September 2020 – Sa, 12. September 2020 um 20:30 Uhr
  • So, 13. September 2020 um 20:00 Uhr
  • Mo, 14. September 2020 – Di, 15. September 2020 um 21:00 Uhr
  • Mi, 16. September 2020 um 20:45 Uhr

Ein junger Kleinkrimineller bringt als falscher Pfarrer eine kleine Gemeinde wieder auf Spur. Das polnische Drama basiert auf einer wahren Geschichte.

Corpus Christi ist die Geschichte des 20-jährigen Daniel, der während seines Aufenthalts in einem Jugendgefängnis eine spirituelle Transformation erlebt. Er möchte Priester werden. Dies ist jedoch aufgrund seiner Vorstrafen unmöglich. Als er zur Arbeit in eine Kleinstadt geschickt wird, verkleidet er sich bei seiner Ankunft als Priester und übernimmt versehentlich die örtliche Gemeinde. Durch die Ankunft des jungen, charismatischen Predigers verändert sich die Gemeinde zum positiven.

Corpus Christi wurde für den Oscar® 2020 als bester internationaler Spielfilm nominiert.


Auszüge aus einem Interview mit Regisseur Jan Komasa von Marta Balaga

Corpus Christi wurde tatsächlich von wahren Ereignissen inspiriert. War das eine bestimmte Geschichte?

Es gab in Polen tatsächlich den Fall eines Jungen, der sich drei Monate als Priester ausgab. Sein Name war Patryk und er war zu der Zeit wahrscheinlich 19 Jahre alt. Mateusz Pacewicz, der das Drehbuch geschrieben hat, schrieb einen Artikel darüber und so kam er auf die Idee für den Film. Wir haben den Namen in Daniel geändert, aber die Charaktere sind sich ähnlich und ebenso der Weg, der ihn in die kleine Stadt führte.Dieser Junge hielt Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen ab. Er war fasziniert von all dem und wollte wirklich Priester werden. Also haben wir den Film auf seine Geschichte gestützt, aber den Teil über die Jugendstrafanstalt und den Unfall, der die ganze Stadt erschütterte, hat Mateusz hinzugefügt. Es entstand eine Kont-roverse, als sich herausstellte, dass Patryk viel effizienter war, als sein Vorgänger. Das ist es – er war jemand von außerhalb der Kirche, der nicht viel auf die Dogmen der Kirche gab und die Leute waren mit seiner Arbeit zufrieden! Später fühlten sich einige betrogen, aber er schaffte es, viele neue Gläubige anzuziehen. Jeden-falls tauchten später ähnliche Fälle auf. Und das nicht nur in Polen – in Spanien gab sich ein Mann über Jahre als Priester aus. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Sehr oft versuch-ten sie nur, sich vor der Justiz zu verstecken. Es ist anscheinend sehr einfach, eine kleine Gemeinde auszutricksen, die nicht allzu viele Fragen stellt.

Es ist interessant, dass eine Person, die kein traditionelles Priesterseminar besucht hat, es schafft, Menschen auf einer viel tieferen Ebene zu berühren. Daniels Predigten im Film sind sehr direkt und ehrlich – wie hast Du sie entwickelt?

Um eine Komödie zu vermeiden, mussten wir dem Zuschauer glaubhaft vermitteln, dass diese Leute sehr gläubig sind. Es war eine ziemliche Herausforderung für Drehbuch und Inszenierung. Hilfreich war, dass die Leute häufig dazu neigen, den jungen, frischen Priestern zu vergeben, wenn diese sehr „subversive“ Ideen haben. Wenn sie z.B. versuchen zeitgenössische Musik oder Gesang zu integrieren. Ich meine, es gibt einen Priester in Polen, der rappt [Gelächter]. Darauf basiert der erste Teil des Films. Die Leute scheinen tatsächlich seine Mängel zu akzeptieren. Ganz zu schweigen davon, dass Daniel, der nicht Jahre im Priesterseminar verbracht hat und nicht wirklich an den kirchlichen Institutionen beteiligt ist, ihnen direkt aus dem Herzen spricht. Das macht ihn so besonders. Es gibt viele Leute, die versuchen, dies zu tun und scheitern, aber er hat wirklich diesen „göttlichen Funken“ in sich. Er schafft es, im richtigen Moment die richtigen Worte zu finden. Und für diese Menschen, in diesem besonderen Moment in ihrem Leben, ist das mehr als genug. Als wir auf der Suche nach dem Schauspieler waren, wussten wir, dass er etwas anders sein muss und genau das strahlt Bartosz Bielenia aus. Denn Daniel ist kein gewöhnlicher Junge – er ist etwas Besonderes.