Vorführungen:

  • Do, 8. Juli 2021 – Fr, 9. Juli 2021 um 17:00 Uhr
  • Mo, 12. Juli 2021 um 17:00 Uhr
  • Di, 13. Juli 2021 – Mi, 14. Juli 2021 um 21:00 Uhr

Lisa zieht aus, Mara bleibt zurück. Während Kisten geschleppt, Wände gestrichen und Schränke aufgebaut werden, tun sich Abgründe auf, lassen Sehnsüchte den Raum anschwellen und ein Begehrenskarussel nimmt immer mehr Fahrt auf.

In ihrem zweiten Film komponieren die Schweizer Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher ein poetisches Panoptikum menschlicher Beziehungsformen, das sich zwischen Alltagsstudie, Märchen und Psychogramm einer brüchig gewordenen Welt bewegt. Nach ihrem Berlinale-Hit „Das merkwürdige Kätzchen“ (2013) ist „Das Mädchen und die Spinne“ der zweite Teil einer Trilogie über menschliches Zusammensein. Ein tragikomischer Katastrophenfilm. Eine Ballade über das Verlangen nach Nähe und den Schmerz von Trennung, über Veränderung und Vergänglichkeit.

„Das Mädchen und die Spinne“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2021 und wurde dort mit dem Encounters-Regiepreis und dem FIPRESCI-Award der Sektion ausgezeichnet.

Regiekommentar

Wie bei unserem Erstling „Das merkwürdige Kätzchen“, in dem es um eine in Zwängen erstarrte Familie ging, nehmen wir auch bei „Das Mädchen und die Spinne“ eine vertraute, alltägliche Szenerie zum Ausgangspunkt des Films. Diesmal ist es ein Umzug. Er bildet das Gerüst, um von der Ablösung zwischen den Freundinnen Mara und Lisa zu erzählen. Lisas Auszug bricht die über Jahre verwachsene Einheit mit Mara auf – so als ob sich zwei ineinander verkeilte Erdplatten voneinander lösen würden. Eine wegdrängende Kraft prallt auf eine Nähe suchende und lässt die Welt um beide herum erschüttern.

Lisas Umzug löst einen Reigen über die Sehnsucht nach Verschmelzung und den Schmerz von Trennung und Einsamkeit aus. Die Prinzipien von Nähe und Distanz manifestieren sich dabei nicht nur zwischen Mara und Lisa, sondern durchziehen den gesamten Film – eine Dynamik, die nie zur Ruhe kommt. Die Figuren wandeln wie Getriebene ihres Begehrens durch einen fragilen Kosmos, in dem Momente der Verletzung genauso schnell passieren können wie Momente der Zuneigung und Intimität.