Datsche

Vorführungen:

  • Do, 3. Oktober 2019 um 15:00 Uhr
  • So, 13. Oktober 2019 um 12:30 Uhr
  • Mo, 21. Oktober 2019 um 18:45 Uhr

European Arthouse Cinema Day (EACD)
Mit dem EUROPEAN ARTHOUSE CINEMA DAY (EACD) am 13. Oktober 2019 bekommt der europäische Film und alle leidenschaftlichen Kinobetreiber*innen endlich einen eigenen Feiertag. Kinos sind eine kulturelle Bereicherung für Alt und Jung, auf dem Land und in der Stadt. Und sie bringen Menschen zusammen unabhängig von Herkunft und Bildung. Wir laden am EACD alle Besucher*innen zu unserem bunt gemischten europäischen Filmprogramm ein und zeigen alle fünf Produktionen an diesem Tag für jeweils 1 Euro weniger Eintritt, also 6 Euro (normal) und 5 Euro (ermäßigt).

EACDInfos

Alle Filme auf einen Blick, die am EACD bei uns, im sweetSixteenKino, laufen und für die es den ermäßigten Eintritt gibt: European Arthouse Cinema Day (EACD) im sweetSixteen-Kino.

Weitere Infos zum European Arthouse Cinema Day (EACD), den Veranstaltern und den Hintergründen der Initiative sowie den Programmen von anderen Kinos, die (europaweit) mitmachen an dem Tag: https://artcinemaday.org/

 


Filminfos

Der Film “Datsche” von Lara Hewitt ist “Großes Kino im kleinen Garten”: Ein Sommer, viele Grillwürstchen und offene Gartentüren sind mitunter alles, was es braucht, um sich darauf zu besinnen, dass uns viel mehr miteinander verbindet als trennt. Ein Film für alle, die sich nach Heimat sehnen oder sie bereits gefunden haben. Ein Liebeslied auf Deutschland und die Kraft, die in der Gemeinschaft liegt … und das alles in einem Film, für den sich eine gebürtige Engländerin verantwortlich zeichnet.

Der New Yorker Valentin macht sich auf den Weg über den Atlantik, um in Berlin seinen deutschen Wurzeln nachzugehen. Die Datsche, die ihm sein verstorbener Großvater vermacht hat, befindet sich allerdings gar nicht in Berlin sondern in einer verschlafenen Kleingartensiedlung im früheren Osten der Republik. Die Nachbar*innen empfangen ihn mit offenen Armen, viel Neugier und einem “telefonbuchdicken” Regelwerk.

Doch nicht alle sind dem jungen Neuankömmling wohlwollend gesonnen und schauen mit Skepsis auf die Entwicklungen im einstmals „schönsten Garten“ der ganzen Kolonie. Besonders Gregor, ein Nachbar mit einer ganz besonderen Vorliebe für akkurat getrimmte Hecken und nationalistisches Gedankengut wirft sein Adlerauge auf den Amerikaner – der zu allem Überfluss auch noch einen untergetauchten Flüchtling auf seinem Dachboden entdeckt. Adam kommt aus Äthiopien und läuft Gefahr abgeschoben zu werden, sollte er gefunden werden. Die beiden jungen Männer schließen Freundschaft und den Pakt, niemandem von Adams Existenz zu erzählen.

Regiekommentar

“Ich stand mit einer Freundin in der Küche meiner Traum-Datsche. Es war Sommer, aber es regnete und braunes Wasser stieg um unsere Knöchel. Wir fielen auf die Knie, schnappten uns Geschirr- und Strandtücher und begannen es aufzuwischen. Eine Stunde später ließ der Sturm nach und ich schaffte es, einen Klempner zur Datsche zu rufen. Ich fragte ihn, ob er mir die Ursache des mysteriösen Lecks nennen könnte. Er seufzte und sah mich an, als wäre ich dumm. „Fäkalienwasser”, sagte er zur Erläuterung. Ich durchsuchte meinen Kopf nach Beispielen für dieses Stück deutschen Wortschatzes, aber ich konnte an keines denken, so dass er gezwungen war weiter zu erklären: „Fäkalien – Scheiße!“. Oh. Scheiße. Ich stand also in Scheiße, aus einer überquellenden Klärgrube. Es war ein romantischer Traum gewesen, eine Datsche zu besitzen, einen Ort außerhalb meiner nach Marihuana und verbrannten Toast riechenden Wohngemeinschaft in Berlin Kreuzberg, wo ich schreiben und mit meinem deutschen Freund und seinem Sohn in Natur und Frieden sein konnte.

Die Beziehung ging jedoch jäh zu Ende, so dass ich mich nun ganz allein in mehreren hundert Quadratmetern Kartoffelbeeten fand. Ein Tag nach dem Vorfall mit dem Scheißwasser schickte mir mein Ex-Freund zudem noch eine SMS, dass die Schrebergartenvereinigung unseren Garten wegen seines „ungepflegten Zustands“ auf die schwarze Liste gesetzt habe und wir zehn Tage Zeit hätten, ihn wieder in gute deutsche Ordnung zu bringen – „sonst setzt’s was.“ Freunde rieten mir, die Datsche zu verkaufen. Einige Träume sollen wohl einfach nicht sein. Die Rettung erschien mir jedoch, die Datsche auf Craigslist zu stellen: Unterkunft im Austausch gegen Gartenhilfe? Die Regeln würden es natürlich nie erlauben, mein Rauswurf wäre garantiert. Was im wirklichen Leben nicht zu machen war, entspann sich allerdings zu einer Idee für eine wunderbare Geschichte… Kurzentschlossen ließ ich einfach den Ex-Freund die Kartoffelbeete jäten und machte mich daran, herauszufinden, wie man einen Spielfilm dreht…”


Eine Veranstaltung des sweetSixteen-Kino im Rahmen der Unterzeichnung der ERKLÄRUNG DER VIELEN NRW. Weitere Infos: Die Vielen NRW.