Doch das Böse gibt es nicht (Bundesstart)

  • DE/CZE/IRN 2020
  • 150 Min
  • Regie: Mohammad Rasoulof
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Deutsche Synchronisation
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 5. November 2020 – So, 8. November 2020 um 18:30 Uhr
  • Mo, 9. November 2020 um 18:30 Uhr
  • Mi, 11. November 2020 um 17:00 Uhr
  • Do, 12. November 2020 – So, 15. November 2020 um 20:30 Uhr
  • Mi, 18. November 2020 um 20:30 Uhr

Mit: Ehsan Mirhosseini, Kaveh Ahangar, Mohammad Valizadegan, Mahtab Servati, Baran Rasoulof, Mohammad Seddighimehr u. a.

DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT erzählt vier Geschichten über Menschen, deren Leben vor existenziellen Herausforderungen stehen. Sie werfen die Fragen auf, wie integer ein Mensch in einem absoluten Regime bleiben, welche moralische Schuld er ertragen kann, ohne zu zerbrechen, und zu welchem Preis es gelingt, die individuelle Freiheit zu bewahren.

Mohammad Rasoulof ist einer der angesehensten und politisch aktivsten Regisseure des Iran. Seine kritische Auseinandersetzung mit dem Regime in Teheran führte dazu, dass er seit September 2017 nicht mehr das Land verlassen darf – ein Urteilsspruch, der bis heute gültig ist. Er wurde beschuldigt, die „nationale Sicherheit zu gefährden“ und „Propaganda gegen die muslimische Regierung zu verbreiten“. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, einhergehend mit dem Verbot der Mitgliedschaft in jeder Art von politischer oder gesellschaftlicher Organisation. Diese Einschränkungen haben Rasoulof jedoch nicht davon abgehalten, Filme zu machen.

DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT entstand ohne eine Produktionsgenehmigung durch den iranischen Staat, denn diese wäre, wie Koproduzent Kaveh Farnam erklärte, sowieso nicht erteilt worden. Stattdessen reichten er und Koproduzent Farzad Pak Anträge für die Dreharbeiten von vier Kurzfilmen ein, jeder in einer anderen Stadt. In den Anträgen waren jeweils andere Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen genannt – Freunde des Filmteams, die mit ihrer Nennung in diesen Anträgen ebenfalls ein großes Risiko eingegangen sind.

Mohammad Rasoulof leitete die Dreharbeiten, wo immer es verantwortbar war, teilweise war er durch eine Verkleidung unkenntlich gemacht. An manchen Drehorten, z. B. am Teheraner Flughafen, konnte er sich nicht zeigen, die Regiearbeit am Set wurde dort von der Regieassistenz übernommen.

Mohammad Rasoulof beschrieb in einem Interview, dass seine Drehtage immer mit einem Blick auf sein Smartphone begannen, immer in der Erwartung, die gegen ihn gerichtete einjährige Gefängnisstrafe könnte vollstreckt werden. Eine Woche vor Ende der Dreharbeiten traf dann tatsächlich die Benachrichtigung ein, dass die Gefängnisstrafe in erster Instanz vor Gericht bestätigt wurde. Die restlichen Drehtage fanden in der Unklarheit statt, wann der Gerichtsbescheid genau in Kraft treten würde, ein massiver psychischer Druck, den Rasoulof, wie er später erwähnte, ohne die Solidarität seines Teams nicht ausgehalten hätte.

Festivals und Auszeichnungen:

-70. Berlinale 2020 – Goldener Bär (bester Film)

-70. Berlinale 2020 – Gilde-Preis der AG Kino-Gilde

-70. Berlinale 2020 – Preis der ökumenischen Jury

Pressestimmen:

-„Treibt die Stärken des iranischen Kinos auf die Spitze.“ Der Spiegel

-„Ein verdienter Berlinale-Sieger“ FAZ

-„Ein ungeheuer kraftvoller Film. Ein Monument der Dissidenz!“ Frankfurter Rundschau

-„Ein brillanter Film über Gehorsam und Verweigerung“ Indiewire

-„Absolut sehenswert, ein überzeugendes Statement für die Demokratie!“ Amnesty Journal