Erde (Doku) (Bundesstart)

Erde

Vorführungen:

  • Mo, 15. Juli 2019 um 17:00 Uhr
  • Mo, 22. Juli 2019 um 17:00 Uhr

Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt –mit Baggern, Bohrern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in Minen und Steinbrüchen, an Großbaustellen und Kohleabbaugebietendie Menschen bei ihrem ständigen Bestreben, sich den Planeten untertan zu machen und sich seine Rohstoffe anzueignen: Eine Bestandsaufnahme der Menschheit als wichtigster Einflussfaktor auf die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen ihres Heimatplaneten.

In sieben Kapiteln führt Nikolaus Geyrhalter an Stätten des Tage-und des Tiefbaus in Europa und Nordamerika, die sonst nur schwer zugänglich sind. Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, um die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt zu ermöglichen. Um die weltweite Nachfrage zu stillen werden in den Marmorsteinbrüchen im italienischen Carrara heute hundert Mal mehr Blöcke abgetragen als noch vor dreißig Jahren. Im ehemaligen Salzbergwerk im deutschen Wolfenbüttel wiederum ist man darum bemüht, größtmögliche Stabilität zu bewahren, damit –bis ein neues Endlager gefunden wird –der dort gelagerte Atommüll keine weiteren Schäden verursachen kann.

Der Film zeigt Baustellen und Tagebaugebiete, die durch unermüdliche Umwälzungen von immensem Ausmaß offene Wunden in der Erdkruste zurücklassen: imBraunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Rio Tinto, wo seit dem Römischen Reich Metall abgebaut wird, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta auf dem Gebiet einer First Nation oder auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht zu bebauende Grundstücke für neue Städte zu schaffen.

Zwischen der abstrakten Choreographie der maschinellen Abläufe und des akkuraten Ineinandergreifens der einzelnen Arbeitsprozesse kommen die daran beteiligten ArbeiterInnen und TechnikerInnen zu Wort. Sie erzählen vom leidenschaftlichen „Kampf des Menschen gegendie Erde“, der täglichen Faszination, „Berge zu versetzen“ und einem Astronaut gleich Material zu berühren, „das davor noch niemand berührt hat“.

Sie sprechen aber auch voll Demut und Respekt und im Bewusstsein der unwiederbringlichen Veränderungen, die ihr Tun hinterlässt –und von den Grenzen, die längst überschritten sind.

Pressetimmen

  • „Einmal mehr beweist Geyrhalter, dass er im internationalen Kino einzigartig ist … Er untermauert dies mit unheimlichen und überwältigenden Landschaftsaufnahmen, die mittlerweile zu einem unverwechselbaren Merkmal seiner Arbeit zählen: Bilder von Kubrick‘scher Fremdartigkeit, wie Aufnahmen von einem anderen Planeten: Ein entfernter, düsterer und mineralreicher Mond, den wir rücksichtslos ausbeuten, weil er uns egal ist.“ The Guardian
  • „einer der wichtigsten und ergreifendsten umweltpolitischen Dokumentarfilme der vergangenen Jahre“ Cineuropa
  • „atemberaubende Bilder … ein eindrucksvolles Beispiel des politisch brisanten Filmemachens über Landschaften … vordringend bis in den Kern der unhaltbaren Beziehung des Menschen zu seinem Planeten ist ERDE gleichermaßen ein umweltpolitischer Dokumentarfilm, der alle Aspekte vereint, und ein beängstigendes Porträt einer rapide verschwindenden Landschaft“ CineVue
  • „Die hohen Ziele stimmen mit der eindrucksvollen Ausführung überein, das Ergebnis ist ein Beitrag, der zum Nachdenken über die aktuellen Ökologie-Debatten anregt … ERDE ist als eine Bestandsaufnahme der spektakulären Fähigkeiten der Menschheit für kolossale Unternehmungen von grundlegendem Wert und Interesse… Nikolaus Geyrhalter, der seinen Status als bedeutendster und wichtigster Dokumentarfilmer Österreichs festigt, setzt mit ERDE sein beeindruckendes Arbeitstempo fort.“ The Hollywood Reporter