f2 Fotofestival: Das Kapital im 21. Jahrhundert (Doku)

Das Kapital im 20. Jahrhundert

Vorführungen:

  • Mo, 11. November 2019 um 19:15 Uhr
  • Mo, 18. November 2019 um 19:00 Uhr

Regulärer Eintritt je Film: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2017 zum Thema Grenzen setzt das f² Fotofestival auch in diesem Jahr auf ein großes Thema: Gerechtigkeit. Zahlreiche Ausstellungen in Museen, Galerien und Hochschulen, die unabhängig voneinander kuratiert werden, bieten wieder unterschiedliche Perspektiven zu einem gemeinsamen Thema, mit dem kritischen und neugierigen Blick der Fotografie. Und das sweetSixteen-Kino steuert wieder feines Foto-Filmprogramm bei.

Aus der Festivalbeschreibung: Gerechtigkeit ist der zentrale Kern in allen Kulturen für das menschliche Zusammenleben und doch gehen die Meinungen was unter Gerechtigkeit zu verstehen ist, weit auseinander. Die Voraussetzung für eine Debatte darüber ist, sich mit dem Gedanken der Gleichheit auseinanderzusetzen. Die Idee, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Klasse, der Herkunft, dem Geschlecht oder der Hautfarbe gleichgestellt sind, kann nicht angezweifelt werden. Ebenso müssen aber unterschiedliche Lebensumstände berücksichtigt werden oder wie es Karl Marx in seinem Grundsatz formulierte:„Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“.
John Rawls leitete 1971 mit seiner liberalen Theorie der Gerechtigkeit einen Paradigmenwechsel ein, dass nämlich soziale und ökonomische Ungleichheit dann in Ordnung sei, wenn sie „zum größten zu erwartenden Vorteil für die am wenigsten Begünstigten“ beitrage. In diesem Punkt ist seine These um das Differenzprinzip bis heute strittig und zeigt die ganze Komplexität des Themas auf.
Es fordert unsere wohlhabende Gesellschaft dazu auf die Problematik um Gerechtigkeit vorrangig zu behandeln und sich auf unterschiedlichen Ebenen damit auseinanderzusetzen: Wie sind gesellschaftliche Güter gerecht zu verteilen? Ist alles gerecht, was dem Gesetz entspricht? Wie ist globale Gerechtigkeit zu erreichen? Und ganz aktuell wird die Frage aufgeworfen, wie Gerechtigkeit gegenüber zukünftigen Generationen zu erreichen ist.

Ausführliche Infos zu allen Veranstaltungen und -Orten des f2 Fotofestivals auf der Website der Veranstalter: https://www.f2fotofestival.de/


Die Filme

alle Filme auf einen Blick: f2 Fotofestival Filmprogramm im sweetSixteen-Kino


Robert DoisneauRobert Doisneau – Das Auge von Paris

Samstag, 9. November, 20h
Montag, 18. November, 21h

Die Doku erzählt wie ein Kind aus einer Vorstadt von Paris zu einem Superstar der Fotografie wurde. Die Regisseurin Clémentine Deroudille ist eine Enkelin von Robert Doisneau, der Film hat daher einen sehr privaten und familiären Zugang zu bisher unveröffentlichten Materialien aus dem Nachlass. Daneben stehen Interviews mit Doisneau, seinen Freunden und Kollegen und natürlich sein Werk. Seinem Werk entsprechend aber ist Clémentine Deroudilles Film nicht nur ein Film über ihn geworden, sondern auch ein Film über Doisneaus wichtigste Sujets, Paris und seine Menschen.

(Doku, FR 2017, 77 Min, FSK: ab 0 Jahren, Regie: Clémentine Deroudill)


Generation WealthGeneration Wealth

Sonntag, 10. November, 16h
Montag, 18. November, 17h

Aus ihren Begegnungen mit den Schönen und Reichen entwirft die Fotografin und Filmemacherin Lauren Greenfield ein Bild der USA, das von unstillbarer Gier bestimmt ist. Das ist unterhaltsam anzuschauen und oft ganz erstaunlich. Dabei verknüpft Greenfield die Entstehungsgeschichte ihres Films mit ihrem eigenen Lebensentwurf. In der Selbstbeschau wird ihre Weltsicht zum erstrebenswerten Ideal, während der Turbokapitalismus irgendwie als Auswuchs mangelnden Familiensinns und fehlender Zuwendung erscheint – eine sehr schlichte Interpretation weltweiter Entwicklungen. Dennoch ist die Doku sehenswert, denn dreijährige Schönheitsköniginnen und Stretchlimos mit eigenem Hubschrauberlandeplatz bieten unzweifelhaft einen gewissen dekadenten Charme.

(Doku, USA 2018, 106 Min, FSK: ab 16 Jahren, Regie: Lauren Greenfield)


Gott existiert, ihr Name ist PetrunyaGott existiert, ihr Name ist Petrunya

Sonntag, 10. November, 20:15h (PREVIEW)
Donnerstag 14. bis Sonntag 17. November jeweils um 18:45 Uhr
Dienstag 19. bis Mittwoch 20. November jeweils um 17 Uhr
Donnerstag 21. bis Sonntag 24. November jeweils um 18:45 Uhr

In einem der stärksten Filme der letzten Berlinale variiert Teona Strugar Mitevska die Muster des religionskritischen Kinos aus Osteuropa. „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ nimmt als Ausgangspunkt eine Episode, die sich auf dem Balkan, in Nordmazedonien zugetragen hat, und entwickelt sie zu einem satirischen Film über Religion, Machismo und die Rolle der Frau. In einem kleinen Ort in Mazedonien wirft der Hohepriester jeden Januar ein Kreuz in das örtliche Gewässer, während sich gleichzeitig hunderte Männer auf den Weg machen, um das Kreuz wiederzufinden. Derjenige, der das Kreuz findet, soll ein Leben lang Glück und Wohlstand erlangen. Die arbeitslose junge Frau Petrunija (Zorica Nusheva) springt ins Wasser und findet das Kreuz. In diesem konservativen Umfeld haben ihre Konkurrenten das Recht, wütend zu sein: Eine Frau hat es gewagt zu konkurrieren und zu erreichen, was die Männer zu erreichen versuchen. Petrunija besteht darauf, dass sie die Gewinnerin ist, und weigert sich, das Kreuz zurückzugeben.

(Drama/Tragikomödie, MK/BE/FR/HR/SL 2018, 100 Min, Regie: Teona Strugar Mitevska)


Das Kapital im 20. JahrhundertDas Kapital im 21. Jahrhundert

Montag, 11. November, 19:15h
Montag, 18. November, 19h

Das Kapital im 21. Jahrhundert ist die Adaption eines der bahnbrechendsten und einflussreichsten Bücher unserer Zeit. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty bricht in seinem Bestseller mit der weit verbreiteten Annahme, dass die Anhäufung von Kapital immer auch mit sozialem Fortschritt einhergeht. Für seine Doku hat Regisseur Justin Pemberton etliche namhafte Denker wie Faiza Shaheen, Gillian Tett und Joseph Stiglitz interviewt, um Pikettys These auf filmische Weise zu interpretieren. Pemberton deckt dabei den Betrug im Kern der Weltwirtschaft auf und fordert ein radikales Umdenken. Eine Zeitreise von der Französischen Revolution über zwei Weltkriege bis hin zum Internetzeitalter.

(Doku, FR/NZ 2019, 103 Min, Regie: Justin Pemberton)