Vorführungen:

  • Do, 21. April 2022 – So, 24. April 2022 um 20:00 Uhr
  • Mi, 27. April 2022 um 20:00 Uhr
  • So, 1. Mai 2022 um 17:00 Uhr
  • Mo, 2. Mai 2022 – Mi, 4. Mai 2022 um 17:00 Uhr

 

INHALT:

Filmemacherin Serpil Turhan hat über drei Jahre hinweg intensive Gespräche mit Neno, Saniye und Hêvîn geführt, die tiefe Einblicke in deren Gefühle und Gedanken geben. Vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen in der Türkei erzählt „Köy“, welche Entscheidungen die drei Frauen für sich treffen und wie das Leben darauf antwortet. Neno, Saniye und Hêvîn begegnen sich im Film nicht, doch in ihren gemeinsamen Fragen nach Selbstbestimmung und Zugehörigkeit verknüpfen sich ihre Geschichten. Ein vielschichtiger Film über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Heimat und Sicherheit – und über die Freiheit des Ichs.

DIRECTOR`S STATEMENT:

SERPIL TURHAN ÜBER IHREN FILM

In den letzten Jahren verfolgte ich intensiv die politische Entwicklung in der Türkei, und meine Ambivalenz zum Herkunftsland meiner Familie wuchs. Die zunehmende Unterdrückung von Andersdenkenden und ethnischen Minderheiten berührte mich und ich konnte mich nicht distanzieren von dem, wie sich das Land gesellschaftlich und politisch entwickelte. Ich versuchte eine Haltung zu finden und realisierte, dass es mir alleine nicht gelang. Es war für mich notwendig mit Menschen zu sprechen, die eine Verbindung wie ich zur Türkei hatten und die politische Entwicklung aus der Ferne beobachteten. Durch die vielen Gespräche ist die Idee gereift, einen Film zu machen über dieses Erleben aus der Distanz.

In „Köy“ erzählen drei kurdischstämmige Frauen von ihren Gedanken und Erfahrungen.
Ausgehend davon, welche Wirkung die Veränderung in der Türkei auf sie hatte, ging es in unseren langen Gesprächen immer mehr um allgemeine Fragen zur kurdischen Identität und Zugehörigkeit. Bei allen spürte ich eine Sehnsucht, die ich selber in mir trug. Ich fragte mich, worin die Suche nach Identität besteht und worin sie ihren Ursprung hat? Auch die Frage nach Selbstbestimmung war in unseren Gesprächen ein zentrales Thema, denn jede traf wichtige Entscheidungen, die ihr Leben innerhalb der Drehzeit veränderte.

Lange Gesprächssituationen spielen, wie in vorherigen Arbeiten von mir, eine große Rolle. Mir war es wichtig, einen Raum für Begegnung und Reflexion zu schaffen. Einen intimen Raum, in dem wir uns lange und ehrlich über unsere Sehnsüchte, Ängste, Erlebnisse, Bedürfnisse und Hoffnungen austauschten. Es war, als würde ich mich in jeder dieser Frauen wiederfinden, auf eine Art spiegeln, obwohl wir so unterschiedliche Lebensentwürfe hatten.

Das Gemeinsame, das Verbindende, das Universelle war das überraschende Geschenk dieser filmischen Reise.

PRESSESTIMME:

https://taz.de/Film-ueber-drei-Kurdinnen-in-Berlin/!5846580/