La Cordillera de los sueños – Die Kordillere der Träume (Doku) (Bundesstart)

  • CL/FR 2019
  • 85 Min
  • Regie: Patricio Guzmán
  • Doku: Originalfassung mit deutschen Voiceover und ggf. Untertiteln
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 16. Juli 2020 – So, 19. Juli 2020 um 17:00 Uhr
  • Di, 21. Juli 2020 – Mi, 22. Juli 2020 um 19:00 Uhr

Nachdem Patricio Guzmán für „Nostalgia de la luz“ in die Atacamawüste im Norden Chiles gereist war und für „El botón de nácar“ nach Patagonien in den tiefsten Süden, befasst er sich im letzten Teil der Trilogie zur Heimat mit der zentralen Andenkette und dem Gedächtnis der bewegten Bilder. Persönlich sind alle seine Filme, aber in mancherlei Hinsicht ist dieser der intimste, der den Künstler bis zurück in die Ruinen des Hauses seiner Kindheit führt.

Es ist der persönlichste Film des 1941 geborenen Chilenen Patricio Guzmán geworden. Neben den Bergen, die Chiles Landschaft dominieren, beschäftigt ihn die Geschichte des Landes. Somit steht das, was man Erinnerung nennt auch in „La cordillera de los sueños“ wieder im Zentrum, und Erinnerungen sind heute mehr denn je mit Bildern verbunden, die gemacht werden. Guzmán betrachtet die Natur seiner Heimat als Sinnbild der politischen Geschichte von revolutionärer Utopie, faschistischer Diktatur und neoliberalem Raubbau. Nach der Atacama-Wüste und dem Wasser des Pazifiks widmet er sich nun dem Anden-Massiv, der Kordillere. 80 Prozent der Oberfläche Chiles macht es aus und bleibt doch ein blinder Fleck im chilenischen Bewusstsein. Patricio Guzmán führt uns, begleitet und geleitet von seiner sanften Stimme und einem persönlichen Text, sowohl hin zu politischen Fragen und ökonomischen Realitäten des Landes als auch hinein ins künstlerische Verarbeiten und ins Bildermachen. Sein Film ist ein Werk der Bewusstmachung, eines, das nicht zuletzt die Frage nach dem Sinn der Bilder stellt in einer Zeit, in der alle, die ein Mobiltelefon besitzen, auch Filme machen können.

Der Film wurde in Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet!

Der Regisseur: Patricio Guzmán

Patricio Guzmán ist 1941 in Santiago de Chile geboren. Er studierte zunächst an der Filmhochschule von Madrid mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm. 1973 begann er an der legendären Filmtrilogie „La batalla de Chile“ zu arbeiten, die SalvadorAllendes Regierungszeit und deren jähes Ende dokumentiert. 1979 stellte er die Trilogie im Exil fertig. Nach dem Militärputsch im September 1973 wurde Patricio Guzmán verhaftet und gefoltert. Nach seiner Freilassung ging er ins Exil, zunächst nach Kuba, später nach Spanien und Frankreich.