• DE/CH 2019
  • 96 Min
  • Regie: Evelyn Schels
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Doku: Originalfassung mit deutschen Voiceover und ggf. Untertiteln
  • offizielle Filmseite
body of truth

Vorführungen:

  • Sa, 19. September 2020 um 17:00 Uhr

„LETsDOK“ feiert den Dokumentarfilm. Am 19. September 2020 zeigen Kinos in ganz Deutschland Dokumentarfilme auf der großen Leinwand. Nach den Monaten des Lockdowns sollen so der Dokumentarfilm und auch Kinos – unter den dann möglichen Gegebenheiten und Auflagen – als Begegnungsorte belebt und unterstützt werden. Mit der Doku „Body of Truth“ beteiligt sich das sweetSixteen-Kino an dieser Initiative.

Eintritt „LETsDOK“: 5 €

Der Film BODY OF TRUTH von Evelyn Schels stellt vier außergewöhnliche Künstlerinnen vor, die auf höchst radikale, aber auch sehr unterschiedliche Weise mit ihrem Körper arbeiten und ihn zum Werkzeug ihrer Kunst machen: Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat und Katharina Sieverding.

Marina Abramović, eine der größten Performance-Künstlerinnen unserer Zeit, Tochter jugoslawischer Partisanen im Zweiten Weltkrieg, setzt sich immer wieder mit Gewalt, Schmerz und Trauer auseinander, mittelbar erlebt in den Jugoslawienkriegen. In ihren Performances werden die Grenzen und die Verletzlichkeit des Körpers auf drastische Weise sichtbar gemacht. Shirin Neshat, Exil-Iranerin und international renommierte Foto- und Video-Künstlerin, befasst sich mit den Widersprüchen der islamischen Gesellschaft und betrachtet den weiblichen Körper als Schlachtfeld politischer Ideologien. Die deutsche Foto-Künstlerin Katharina Sieverding beschäftigt sich mit faschistischen Strukturen von der Nazizeit bis heute, ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit ist das Selbstporträt als eine der verschiedenen Ausdrucksformen von Fotografie. Sigalit Landau, die Jüngste der vier Künstlerinnen, ist eine israelische Video-Künstlerin und Bildhauerin. Sie greift den Kriegsalltag im Nahost-Konflikt auf und verletzt in einer ihrer Performances ihren Körper mit Stacheldraht.

Sie alle stellen den Körper auf sehr unterschiedliche Art und Weise ins Zentrum ihrer Kunst. Die Künstlerinnen verarbeiten provokativ und rücksichtslos ihre biographischen Verwundungen und reflektieren dabei über Revolution, Krieg und politische Ohnmacht.

BODY OF TRUTH nimmt uns mit auf eine Reise durch die Biographien der vier Künstlerinnen. Evelyn Schels gelingt es dabei immer wieder, sehr nahe an die aktuellen Schaffensprozesse der vier Künstlerinnen heranzukommen. Evelyn Schels beobachtet dabei aus nächster Nähe die aktuellen Schaffensprozesse der Künstlerinnen. Der Film gibt so Einblick in Marina Abramovićs Arbeit an neuen Werken, die ihre Performances in Alabaster verewigen und 2020 in der Royal Academy in London erstmals gezeigt werden. Schels reist mit Sigalit Landau ans Tote Meer und ist bei der Entwicklung einer Video-Installation dabei. Skulpturen aus Stacheldraht verwandeln sich durch das Salzwasser zu kristallin-glitzernden Objekten. Die Ausstellung „Salt Years“ mit einer Auswahl ihrer Videoarbeiten sowie mehreren Skulpturen aus dem Toten Meer war 2019 im Museum der Moderne, Salzburg, zu sehen.

Sie begleitet Shirin Neshat bei der aufwendigen Vorbereitung eines Portraits der Friedensnobelpreisträgerin Malala und zeigt ihre hohe Kunst der Kalligraphie in Farsi, ihrer Muttersprache. Und schliesslich ist die Dokumentarfilmerin auch dabei, wenn Katharina Sieverding ein Großprojekt für den öffentlichen Raum in Düsseldorf, wo sie lebt und arbeitet, vorbereitet: „Von fremden Ländern in eigenen Städten“. Auf 200 Metern Länge umspannen ihre Foto-Arbeiten den Bahnhof von Düsseldorf. Für Sieverding ist es entscheidend, dass Kunst in der Öffentlichkeit stattfindet, um aus dem aktiven Geschehen heraus Gedanken anzustoßen.

BODY OF TRUTH gibt Einblick in die Biographien der vier Künstlerinnen, geprägt von den Jugoslawienkriegen, dem Nahost-Konflikt, der iranischen Revolution und dem Faschismus.
Diese nach wie vor brisanten Themen werden von den Künstlerinnen mittels weiblicher, körperlicher Kunst einzigartig aufgearbeitet.