Memoria (Mittwochs OmU) (Bundesstart)

  • zzgl. Überlängenzuschlag
  • CO/TH/GB/MX/FR/DE/QA 2021
  • 136 Min
  • Regie: Apichatpong Weerasethakul
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Mittwochs: Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 5. Mai 2022 – Fr, 6. Mai 2022 um 20:45 Uhr
  • Sa, 7. Mai 2022 um 21:00 Uhr
  • So, 8. Mai 2022 um 20:45 Uhr
  • Mo, 9. Mai 2022 – Mi, 11. Mai 2022 um 16:30 Uhr
  • So, 15. Mai 2022 um 12:00 Uhr
  • So, 22. Mai 2022 um 12:00 Uhr

INHALT:

Seit Jessica bei Tagesanbruch von einem lauten Knall aufgeschreckt wurde, leidet sie unter Schlafstörungen. Immer wieder hört sie dieses bedrohliche Geräusch, das außer ihr sonst niemand wahrzunehmen scheint. Sie reist ins kolumbianische Bogotá, um ihre kranke Schwester Karen zu besuchen. Dort versucht sie auch mit einem Sounddesigner dem mysteriösen Geräusch auf die Spur zu kommen und in Streifzügen durch die Stadt und Umgebung Klarheit zu finden. Sie freundet sich mit der Archäologin Agnès an. Diese untersucht menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden. Jessica besucht Agnès an der Ausgrabungsstätte. Eine noch tief verborgene Ahnung, woher das Geräusch rühren könnte, wächst in Jessica heran. In einer kleinen Stadt in der Nähe der Ausgrabungsstätte macht sie schließlich die Bekanntschaft des Fischers Hernán. Beide verbringen zusammen Zeit am Fluss, tauschen Erfahrungen aus und teilen Erinnerungen miteinander. Gegen Abend empfindet Jessica schließlich ein ungewöhnliches Gefühl der Klarheit.

Das neue Kinoerlebnis von Regisseur Apichatpong Weerasethakul (UNCLE BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE FRÜHEREN LEBEN, Cannes 2010) bekräftigt seinen Stellenwert als einer der originellsten Stimmen des zeitgenössischen Kinos. Gemeinsam mit Hauptdarstellerin Tilda Swinton nimmt der thailändische Regisseur die Zuschauer:innen mit auf eine audiovisuelle Reise, spielt mit Seh- und Hörgewohnheiten, kratzt am Tor der Vergangenheit Kolumbiens und beschwört Ahnungen der kolonialen Historie herauf, um sie in der nächsten Einstellung im Hier und Jetzt wieder verlaufen zu lassen. MEMORIA ist eine meditative Spurensuche, ein mysteriös-mystisches Klang- und Bilderlebnis. Eine besondere Rolle nimmt der Ton ein, geschaffen von einem mehrköpfigen Sound-Team: Er erzeugt Stimmungen und Ahnungen, wispert Geschichten, haucht historische Erinnerungen, holt dröhnend in den Großstadt-Alltag zurück und umspielt so die langsame, ruhige Bildsprache der starken Aufnahmen von DOP Sayombhu Mukdeeprom.

Für MEMORIA drehte Regisseur Apichatpong Weerasethakul erstmals fern seiner thailändischen Heimat in Kolumbien und verarbeitete laut eigener Aussagen in dem Film eigene Erfahrungen mit Halluzinationen auf seinen Reisen durch das Land: „Während meiner Recherche hörte ich im Morgengrauen häufig ein lautes Geräusch – ein innerliches, das mich auf meinen weiteren Reisen immer wieder heimsuchte. Dieses Symptom ist für mich untrennbar mit meinem Aufenthalt in Kolumbien verbunden. Es war die Grundlage für eine Figur, deren Hörerfahrung sich mit dem Gedächtnis des Landes verknüpft.“