Ohrensausen / OT: Orecchie (OmU) (Bundesstart)

  • IT 2019
  • Originalfassung mit Untertitel
  • Regie: Alessandro Aronadio
  • 93 Min
  • schwarz/weiß
  • FSK 0
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 14. März 2019 – So, 17. März 2019 um 18:45 Uhr
  • Di, 19. März 2019 – Mi, 20. März 2019 um 17:00 Uhr
  • Mi, 20. März 2019 um 18:45 Uhr

Ein Mann wacht eines Morgens auf und hat ein lästiges Pfeifen im Ohr. Auf einem Zettel an seinem Kühlschrank steht „Dein Freund Luigi ist tot. P.S. Ich hab mir das Auto geborgt.“ Das eigentliche Problem ist, dass er sich nicht erinnern kann, wer dieser Luigi sein soll. So beginnt für ihn eine tragikomische Reise durch einen verrückten Tag mit zudringlichen Nonnen und sadistischen Ärzten, philippinischen Hip-Hop-Stars und einer Zahnärztin, mit der er verlobt ist – einer von jenen Tagen, an denen man die Verrücktheit der Welt erkennt und die einen für immer verändern.

Anmerkungen des Regisseurs Alessandro Aronadio: Ich wusste von Anfang an, dass Ohrensausen so, wie ich es mir vorstelle, niemals als Komödie mit herkömmlichen filmischen Mitteln inszeniert werden konnte. Die Art der Inszenierung mit langen Aufnahmen, mit Stille und längeren „inneren“ Zeiten, auch die Herausforderung, die Komik eher aus Dialogen als aus Situationen zu erzeugen, diese irgendwie „jüdische“ Art, ein unendlich kleines Ereignis zu nehmen (dass einer mit Ohrensausen aufwacht), um schließlich mit Leichtigkeit bei unendlich großen Themen anzukommen: Ich denke, all das macht Ohrensausen zu einer etwas schrägen Komödie, die ungewöhnlich ist für die italienische Kinolandschaft.

Außerdem kamen mir jedes Mal, wenn ich an Szenen für Ohrensausen schrieb, immer nur Bilder in schwarz-weiß in den Sinn. Schwarz-weiß ist unbarmherzig wie das Leben, wie eine bestimmte Art von Komik, die eben prägend ist für den Film. Es verleiht der Story mehr Wahrheit, die an sich auch allegorisch oder offen gelesen werden kann. Für mich kam sie aber immer zutiefst aus der Wirklichkeit.

Ohrensausen ist ein Ein-Tages-Road-Movie zu Fuß, ein tragikomischer Kreuzweg durch ein Rom in Schwarz-Weiß. Die Geschichte eines namenlosen Mannes, der durch verschiedene Zusammentreffen Teile eines Puzzles sammelt, das am Ende ein Abbild seiner selbst ergibt. Es ist eine Komödie über das Gefühl der Verwirrung, des Sich-Lösens von der Realität, die uns umgibt; einer Welt, die oft verrückt, unverständlich und bedrohlich erscheint. Eine Komödie über die Angst vor und den Wunsch nach dem Namenlosen, die sich in jedem von uns bekämpfen. Über dieses Ohrensausen, das wir jeden Tag zu ignorieren versuchen, das wir unter unserem Leben verbergen. Wie Staub, den wir unter den Teppich kehren.