Vorführungen:

  • Do, 22. Juli 2021 – So, 25. Juli 2021 um 21:00 Uhr
  • Mo, 26. Juli 2021 – Mi, 28. Juli 2021 um 21:00 Uhr

Der Orpheus-Mythos ist geläufig: Aus der Unterwelt ins Leben zurückgekehrt, besingt er mit seiner Musik die verlorene Liebe. Alexander Kluge und Khavn, ein Ausnahmeduo mit Sprengkraft, wählen den Mythos als Ausgangspunkt für eine wahre Revolution. Denn Orpheus’ Gang ins Totenreich, mit dem er Eurydike retten will, scheitert seit Jahrtausenden und endet tödlich. Wer der Geschichte eine andere Wendung geben will, muss sich etwas Neues einfallen lassen: einen Tausch der Geschlechter. Das Ergebnis heißt Orphea. Für ihren Euridiko ist sie zu allem entschlossen.

Orphea (großartig gespielt von Lilith Stangenberg) verfügt über die erschütternde Kraft der Musik. Sie will nicht nur den Geliebten anblicken, sondern alle Toten zum Leben erwecken. Orphea ist der Engel der Geschichte: Sie wendet das Antlitz der Vergangenheit zu und wird der Zukunft entgegengeweht, begreift alles und reißt alles mit sich.

Philippinische Slums, die Unsterblichkeitsprojekte der russischen Revolution, die Afterlife-Forschung im Silicon Valley, die Migrationsbewegungen in Europa. Die tausendköpfige Schlange, das Mammut, Tschaikowski, Purcell, Adorno, Rilke … Kluge und Khavn liefern ein Gesamtkunstwerk für das neue Jahrtausend. (Berlinale Filmbeschreibung)

Die Regisseure

Alexander Kluge
Geboren 1932 in Halberstadt. Er studierte Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik. 1962 war Kluge Mitinitiator des Oberhausener Manifests. 1966 entstand sein erster Langspielfilm Abschied von gestern. Seine letzte Arbeit war der kooperative Film Happy Lamento, der 2018 auf den Filmfestspielen in Venedig gezeigt wurde.

Khavn
Der Regisseur von 51 Lang- und 115 Kurzfilmen, Autor von sechs Büchern und Komponist von 23 Alben gilt als einer der bedeutendsten philippinischen Künstler der Gegenwart. Für seine Gedichte und Erzählungen wurde er mit dem Don Carlos Palanca Memorial Award ausgezeichnet. 2009 gehörte er der Kurzfilmjury der Berlinale an. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen präsentierten 2017 mit „Happyland“ die bislang größte Schau Khavns außerhalb seiner Heimat.