Vorführungen:

  • Do, 26. September 2019 – Fr, 27. September 2019 um 19:00 Uhr
  • Sa, 28. September 2019 – So, 29. September 2019 um 17:00 Uhr
  • Di, 1. Oktober 2019 – Mi, 2. Oktober 2019 um 17:00 Uhr
  • Do, 3. Oktober 2019 – So, 6. Oktober 2019 um 17:00 Uhr
  • Mi, 9. Oktober 2019 um 19:00 Uhr

„PLAYLAND USA schenkt mir einen Blick auf „Mein Amerika“, den ich so noch nie hatte. Dennoch habe ich vieles wieder- und neu erkannt auf dieser opulenten Reise durch Realität und (Selbst-)Täuschung der gelebten und der geleugneten Visionen – Mosaiksteine des „American Dream“. Großartig!“
– Claus Kleber, ZDF

Eingebettet in Anspielungen an Hollywood-Kinofilme und anderen Symbolen der Popkultur schlägt der Film einen Bogen von der Eroberung der Neuen Welt zur Besiedlung fremder Planeten, verbindet Vergangenheit und Zukunft, durchquert verschiedene Genres, Epochen und Scheinorte. Ein Endzeitprediger, eine Geisterjägerin, Santa Claus, ein indigener Geschichtenerzähler, eine zahnlose Western-Lady, ein Ufo-gläubiger Kinobesitzer, sprechende Puppen – Figuren, scheinbar der Leinwand entsprungen, bevölkern und erträumen den Film. Den Protagonist*innen geht es dabei weniger um Authentizität, als vielmehr darum, den Glauben an das Unmögliche aufrecht zu erhalten.

Szenen der Fantastik und Magie kollidieren mit Verweisen auf gegenwärtige Probleme wie Rassismus, Populismus und Waffengewalt und legen die Mechanismen globaler Erzähltraditionen frei. Die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung, Traum und Wahnsinn verschwimmen dabei zusehends und so eröffnet sich eine neue Reflexionsebene vom Film im Film.

PLAYLAND USA weckt Erinnerungen an die globale Sehnsucht nach Eskapismus und Illusion und eröffnet den Blick auf den anhaltenden Realitätsverlust in den USA.

Pressestimmen

Film-Dienst:»(…) Benjamin Schindlers „Playland USA“ (…) unternimmt eine Zeitreise durch die Geschichte der US-amerikanischen Selbstbilder, in denen sich religiöser Wahn, historische Mythen und gnadenloses Entertainment spiegeln; der Film führt zu faszinierenden Drehorten, etwa einer gigantischen Arche Noah, einem Wallfahrtsort christlicher Fundamentalisten, oder einem erfolgreichen Freizeitpark. Benjamin Schindler war überrascht von dem enormen Endzeitgefühl, mit dem er auf seiner Reise durch den Mittleren Westen konfrontiert wurde. Seine Bilder und Gespräche schlagen in den Bann und verhelfen zu einem anderen Verständnis für die aktuelle politische und kulturelle Krise der USA.« (Wolfgang Hamdorf)

Saarbrücker Zeitung: »Eine der formal interessantesten Dokus [der zwölf Filme im Ophüls-Wettbewerb] ist Benjamin Schindlers essayistische Spurensuche „Playland USA“, die den Versuch unternimmt, die US-Illusionskultur in einem großen, skurrilen Bilderbogen abzugrasen, der von Westernkulissen über Re-Enactment-Trupps (mit Perücken & Knickerbockern, mit Kanonen, Kutschen & Dampflocks) bis zur hollywoodhaften Inszenierung von Politik reicht. Schindlers zeigefingerloses Spiel mit dem amerikanischen Verquirlen von Fantasy & Realität ist nicht ohne Komik.« (Christoph Schreiner)

Deutsche Welle: »Wie konnte Trump zum 45. Präsident der USA werden? Diese Frage stellt indirekt auch der deutsche Regisseur Benjamin Schindler. (…) „Mich interessiert, inwieweit amerikanische Mythen der Popkultur und des Kinos Eingang in die Politik und somit in unsere Realität finden und wie Erzählweisen genutzt werden, um beispielsweise die Notwendigkeit von Kriegseinsätzen vor der Bevölkerung zu rechtfertigen oder schlicht Konsumgüter besser zu verkaufen.“ Das Ergebnis des jungen Regisseurs verblüfft. Anderthalb Stunden präsentiert Schindler den Zuschauern unkommentiert Szenen aus den USA: historische Schauspiele, Vergnügungsparks, religiöse Aufführungen – die Amerikaner auf der Suche nach Identität. Dass sich viele Menschen dabei inzwischen eher an populären Mythen aus Hollywood und anderen künstlichen Welten orientieren als an der Realität, ist ein Ergebnis von Schindlers filmischer Recherche.« (Jochen Kürten)

Kino-Zeit – Trailer der Woche: »Leben wir zu 90 Prozent in einer Fantasiewelt? Kennen wir den Unterschied zwischen Realität und Fiktion? (…) Benjamin Schindler [geht] diesen Fragen nach, indem [er] eine Zeitreisefantasie durch die imaginierte Geschichte der Vereinigten Staaten als moderne Märchenwelt einfängt.« (Andreas Köhnemann)