Rebellinnen – Fotografie. Underground. DDR. (Bundesstart)

  • Vorführungen:

    • Do, 3. November 2022 – Fr, 4. November 2022 um 17:00 Uhr
    • So, 6. November 2022 – So, 6. November 2022 um 17:00 Uhr
    • Mo, 7. November 2022 – Mo, 7. November 2022 um 20:45 Uhr
    • Mi, 9. November 2022 – Mi, 9. November 2022 um 20:45 Uhr

    Unbekannte Welten voller unglaublicher Bilder. Eine junge Frau wird an ihren Haaren festgebunden, die Vergangenheit hält sie fest. Spärlich bekleidete junge Menschen vor bröckelnden Fassaden, die Zeit scheint still zu stehen. Ein Mensch mit Silberfolie umwickelt auf den Elbwiesen in Dresden, wie ein Außerirdischer auf einer Schafsweide. Diese und viele andere performative Fotos erschaffen die drei „Rebellinnen“ in den 1970ern und 80ern, auf der Suche nach sich selbst und nach einer Kunst, die etwas Echtes ausdrückt. Das Fotografieren oder das Drehen von experimentellen Super-8-Filmen ist dabei so wichtig wie das, was dabei herauskommt. Bildstarker weiblicher Underground in der DDR.

    Tina Bara, Cornelia Schleime und Gabriele Stötzer sind drei Künstlerinnen, die in der Underground-Kunst-Szene in den 70er und 80er Jahren der DDR aktiv sind, in Ost-Berlin, Erfurt und Dresden. Sie arbeiten entweder für sich allein oder mit Kollegen und Freunden bzw. im Künstlerkollektiv. Ihre Kunst hat direkt oder indirekt immer auch einen biografischen Hintergrund. Als junge Frauen haben sie eine weibliche Sicht auf ihre Welt. Den austauschbaren Bildern der staatlichen Propaganda setzen sie eine einzigartige und intime Bildsprache entgegen. Doch werden sie von der Stasi und Inoffiziellen Mitarbeitern beschattet und massiv unter Druck gesetzt.

    Gabriele Stötzer wird von Mitarbeitern der Stasi ein Transvestit zugespielt, den sie fotografieren soll, in der Hoffnung, dass sie sich beim Fotografieren der Pornografie schuldig macht – mit dieser und ähnlich manipulativen Methoden versucht die Stasi die junge Künstlerin ins Gefängnis zu bringen. Cornelia Schleime muss das Land 1984 über Nacht verlassen, nachdem sie nach jahrelangem Warten auf die Ausreise mit einem Hungerstreik droht. Tina Bara reist 1989 aus, indem sie heiratet. Im Anschluss braucht sie Jahrzehnte, um zu begreifen, wie tiefgreifend erschütternd der Wechsel von Ost nach West für sie tatsächlich war. Gabriele Stötzer beschließt als einzige der Drei, in der DDR zu bleiben und „dort weiterzukämpfen“. Doch als sie Anfang der 90er ihre Stasi-Akte liest, „verbannt“ sie 20 Jahre lang diejenigen Freund:innen und Wegbegleiter:innen aus ihrem Leben, die sie an die Stasi verraten haben.

    Die Wunden der drei Rebellinnen, die sie durch Bespitzelung, Bedrohung, Lüge und Verrat erlitten haben, sind heute noch nicht ganz verheilt. Viele der im Film gezeigten Bilder werden erst jetzt entdeckt, ans Licht geholt und international gefeiert.