• De 2020
  • 124 Min
  • Regie: Bettina Böhler
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Doku: Originalfassung mit deutschen Voiceover und ggf. Untertiteln
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 20. August 2020 – So, 23. August 2020 um 20:45 Uhr
  • Di, 25. August 2020 – Mi, 26. August 2020 um 18:45 Uhr
  • Sa, 29. August 2020 – So, 30. August 2020 um 17:00 Uhr
  • Mi, 2. September 2020 um 21:00 Uhr

Mit seinen „Heimatfilmen“, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat der Regisseur Christoph Schlingensief über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt. „SCHLINGENSIEF – In das Schweigen hineinschreien“ von Bettina Böhler unternimmt als erster Film den Versuch, den Ausnahmekünstler Schlingensief, der 2010 im Alter von nur 49 Jahren verstarb, in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren.

Der Fokus des Films ist Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war sehr widersprüchlich: einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“, andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper „Parsifal“ inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.

Es ist ein Montage-Film der Editorin Bettina Böhler, die zwei der wichtigsten Filme von Christoph Schlingensief, TERROR 2000 und DIE 120 TAGE VON BOTTROP geschnitten hat. Ihr Film besteht aus sehr umfänglichem Archivmaterial aus vier Jahrzehnten: Ausschnitte aus seinen Spielfilmen, Theateraufzeichnungen, Aktionen, Fernsehproduktionen, Privataufnahmen und Auftritte in Talkshows. Erzähler ist Schlingensief selbst. Das Mittel der Montage, Überlagerung von Bildern, Texten und Inhalten, war ein Kernelement seines gesamten Werkes.

 

TV

Bettina Böhler ist das perfekte Porträt dieses rastlosen Künstlers gelungen. Facettenreich, witzig – nah an dem Mann, für den sie einst als Cutterin arbeitete.
Tagesthemen

Christoph Schlingensief – Regisseur, Autor, Aktionskünstler.Bettina Böhlers Dokumentarfilm „Christoph Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ zeigt ihn in seiner ganzen Bandbreite. Böhlers persönliches Porträt nimmt Schlingensief in jeder Sekunde ernst.
BR kinokino

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Mit dem Dokumentarfilm „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“, ihrer ersten Regiearbeit, hat sie nicht bloß eine Annäherung, eine Hommage, ein Porträt, eine Werkschau vorgelegt, sondern sie ist zu einer wirklichen Re-Flexion vorgedrungen. Böhlers Film ist sozusagen radikal demütig. Und dass „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ jede Pose des Besserwissens verweigert, macht den Film zu einem schönen Abenteuer.
Die Zeit

„In das Schweigen hineinschreien“ ist keine Sekunde langweilig. Eine hochtourige Einführung ins Werk
„In das Schweigen hineinschreien“ macht großen Spaß – und spürbar, was mit dem Tod Schlingensiefs vor zehn Jahren verschwunden ist.
Neues Deutschland

Böhler hat dabei das getan, was sie am besten kann. Sie montierte aus einer in diesem Fall schier unübersichtlichen Fülle an Material ein meisterhaftes, oft berührendes und dann auch wieder sehr komisches Porträt. Und schafft zugleich die Illusion, Schlingensief sei noch am Leben und gebe dem Zuschauer eine Lektion in eigener Sache.
Berliner Morgenpost

Wuchtig-unterhaltsames Porträt.
Boehler, verantwortlich für den Schnitt von Schlingensiefs „Terror 2000 – Intensivstation Deutschland (1992) und „Die 120 Tage von Bottrop“ (1997), gelingt ein facettenreiches Mosaik dieser schillernden und in sich widersprüchlichen Ausnahmepersönlichkeit.
RND Netzwerk (Leipziger Volkszeitung, Hannoversche Allgemeine u.a.)

Nicht nur visuell, sondern auch gedanklich ist das ein opulenter Film, Panoptikum einer gewaltigen, an allen Rändern ausbrechenden Bilder- und Geisteswelt eines einzigartigen Künstlers.
Junge Welt

Mustergültiges Doku-Porträt über den Allroundkünstler Christoph Schlingensief
Frankfurter Rundschau

Über die ganzen zwei Stunden gibt es eine anrührende biografische Klammer von den ersten Zeugnissen seiner Schaffenswut mit der Kamera, als der Oberhausener Schüler mit Klassenkameraden Kino in Super 8 machte, bis hin zu den letzten bewegenden bewegten Bildern, die der Sterbenskranke in der Klinik von sich selbst mit dem Smartphone aufnahm.
Abendzeitung München

Bettina Böhlers Film wirkt da wie ein Versuch einer nachträglichen Überwältigung. Noch mal von vorn. Über zwei Stunden lang die Filmbüchse der Pandora ausgeschüttet. Ein Sperrfeuer von Szenen aus dem Theater, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Bettina Böhlers Film stürzt und stützt sich ganz auf die Werke des eiligen Heiligen
Der Tagesspiegel

Es ist ein filmisches Denkmal geworden.
Mitteldeutsche Zeitung

Eindrucksvolles Regiedebüt.
Brigitte Woman

Das große Verdienst von Bettina Böhlers Dokumentarfilm über Schlingensief ist, dass ihre kluge Art der Montage (Böhler ist Editorin und arbeitete jahrelang mit Schlingensief zusammen) den Film zu einem Kommentar zum Heute werden lässt.
Das Magazin

Virtuos montiertes und ungemein unterhaltsames Regiedebüt.
TV Movie

Die Dokumentation ist so geschickt montiert, dass man den Eindruck hat, Schlingensief würde über sich selbst berichten. Hier erweist sich die Regisseurin Böhler einmal mehr als Schnittmeisterin der Extraklasse.
Filmecho/Filmwoche

Online

Er durfte nicht lange genug hierbleiben. Diesen großen Verlust macht der Film sichtbar. Er weckt aber auch die Neugier auf die nachgelassenen Arbeiten von Christoph Schlingensief.
freitag.de

Bettina Böhler zeichnet das „positiv dilettantische“ Wirken des provokanten wie visionären Künstlers, der im August vor zehn Jahren verstorben ist, in einer mitreißenden Dokumentation nach: persönlich, politisch und amüsant.
cinema.de

Eine gewisse Tragik haftet Böhlers Film dadurch an, der es mit seinem geschickt montierten Material immer wieder versteht, die Vielschichtigkeit Schlingensiefs anzudeuten.
programmkino.de

Ausschnitte aus den ersten Filmversuchen und aus Interviews, aus den Spielfilmen und Theaterinszenierungen und Aktionen versammelt sie klug geordnet und zugleich angemessen wild aneinandergeschnitten zu einem umfassenden Porträt des Phänomens Christoph Schlingensief: Keine Talking Heads, die ihn nachträglich würdigen – was in Dokuporträts oft so schrecklich heuchlerisch und eitel rüberkommt! –, sondern Schlingensief als er selbst, der über sich spricht und über sich nachdenkt. Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien schafft es, diesen schnellen, hyperaktiven Kopf, bei dem Denken, Sprechen und Handeln in eins gehen, als Künstler so zu porträtieren, dass er verstanden werden kann, besser, als es aus der Betrachtung eines Einzelwerkes möglich wäre.
kino-zeit.de

Mit Faible für absurde Komik montiert Bettina Böhler einen angemessen exzentrischen Exkurs über Ausnahme-Aktionist Christoph Schlingensief. Eines stellt die unterhaltsame Hommage klar: Wer einem FDP-Politiker besonders faulige Fische in den Firmensitz-Vorgarten schmeißt, kann nicht völlig durchgedreht sein.
moviebreak.de

„Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ ist ein Porträt nicht nur für Fans des exzentrischen Provokateurs. Auch wer sich bislang nicht für die Filme und Theaterarbeiten des vorzugsweise mit Strubbelfrisur auftretenden Experimentalkünstlers interessierte, lernt in Böhlers Film einen Menschen kennen, der ähnlich wie Rainer Werner Fassbinder Politik und Gesellschaft stets kritisch hinterfragte. Und der in der Kunst einen Weg sah, seine inneren Dämonen produktiv nach außen zu lenken.
cinetastic.de

Der Dokumentarfilm von Bettina Böhler lässt ihn zumindest auf der Leinwand wieder lebendig werden. Was für eine atemberaubende Wiederbegegnung!
christhard-laepple.de

Ein anschaulicher wie auch über­aus umfangreicher Einblick in das Leben und Schaffen Schlingensiefs.
schirn.de