Schulvorstellung: Mehr Licht – Filmfest zu 30 Jahren UN-Kinderrechtskonvention: Das Mädchen Wadjda (inkl. Einführung) (1€ Eintritt)

Das Mädchen Wadjda

Vorführungen:

  • Mi, 11. Dezember 2019 um 09:00 Uhr

Ein Filmfest des Humanistischen Verband Nordrhein-Westfalen
Offizielle Website: www.humanistisch.de
Der Eintritt je Filmvorstellung kostet 1 €. Eintritt für Schulvorstellung ebenfalls 1 €.
Anmeldung für Schulklasse telefonisch unter 0231 527248 (Humanistischer Verband)

Die Filme der Reihe im Überblick: Mehr Licht – Filmfest im sweetSixteen-Kino

Seit 1990 ist der 20. November der Internationale Tag der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention ist in der Zwischenzeit von 195 Staaten ratifiziert worden. Mit ihrer Ratifizierung im Jahr 1992 hat sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu fördern. Gemäß der UN Kinderrechtskonvention gelten alle Menschen unter 18 Jahre als Kinder und haben demnach Anspruch auf die Umsetzung ihrer Rechte.

Die Kinderrechtskonvention sichert den Schutz, die Versorgung und die Beteiligungsrechte von Kindern. Unter anderem vom Recht auf elterliche Sorge, gewaltfreie Erziehung oder dem Recht auf Information und Religionsfreiheit bis hin zum Recht auf Spielen und Freizeit  handelt die Konvention.

Kinderrechte sind Menschenrechte

Das 30jährige Bestehen der UN-Kinderrechte nimmt der Humanistische Verband Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit Kids Courage und Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken nun zum Anlass, dieses wichtige Thema mit 7 Filmveranstaltungen in den Vordergrund zu stellen. Die einzelnen Filme beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise mit Rechten von Kindern.

Zu jeder Veranstaltung wird es eine altersgemäße, inhaltliche Einführung geben, in der auf die jeweiligen Rechte eingegangen wird und und die Themen des Filmes dargestellt werden. Damit bieten die Filme nicht nur den Rahmen die Kinderrechte kennen zu lernen, sie regen gleichzeitig auch an, sich mit ihnen zu beschäftigen und für deren Duchsetzung zu streiten.




Die Filme der Reihe

Jeder Film mit Einführung.
Der Eintritt je Filmvorstellung kostet 1 €


Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte

Eröffnung des Filmfestivals am 20. November 2019 um um 18:00 Uhr.

Regisseur Michael Haneke entzieht sich mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk erneut den einfachen Kategorisierungen und liefert eine Erzählung zwischen moderner Kriminalgeschichte und historischem Sittengemälde. In einem norddeutschen Dorf, kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges, geschehen mysteriöse Übergriffe, die alle als Symptome eines dichten Systems aus Autorität, Unterdrückung, Böswilligkeit und Neid erscheinen. Mit einer überwältigenden Ästhetik der schwarzweißen Bildsprache und einer authentischen Rekonstruktion des Milieus vereint Haneke meisterhaft die Elemente der Filmkunst zu einem grandiosen und anspruchsvollen Opus. Unübertrefflich!
Der Film wurde am 21. Mai 2009 bei den 62. Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt und Regisseur Michael Haneke wurde mit der Goldenen Palme, dem Hauptpreis des Filmfestivals, für dieses Meisterwerk ausgezeichnet.

(Drama, DE/AT/FR/IT 2009, 144 Min, FSK: ab 12 Jahren, Prädikat besonders wertvoll, Regie: Michael Haneke)


Mein Leben als Zuchini

Mein Leben als ZucchiniSonntag, 24. November, 15:00 Uhr

Eigentlich hat noch niemand den kleinen Jungen bei seinem richtigen Namen gerufen. Er hieß einfach immer schon „Zucchini“. Und deswegen ist das auch der Name, auf den er hört und mit dem er von dem netten Polizisten namens Raymond in das Waisenhaus gebracht wird. Denn Zucchini hat keine Eltern mehr. Der Vater ist schon lange weg und die Mutter ist durch einen ganz komischen Unfall auch nicht mehr da. Nun aber soll Zucchini in der fremden Umgebung neue Freunde finden. Das fällt ihm zunächst schwer, geht dann aber doch ganz leicht. Bis eines Tages Camille ins Heim kommt. Und da lernt Zucchini dann tatsächlich etwas ganz Neues kennen. Denn zum allerersten Mal ist er verliebt.

Die schweizerisch/französische Koproduktion überzeugt als liebevoll erdachte und kunstvoll umgesetzte Stop-Motion-Animation. Die Figuren wirken mit ihren großen Köpfen zunächst etwas ungewöhnlich. Und doch schließt man sie, auch aufgrund ihrer großartig herausgearbeiteten Charaktere, schnell ins Herz. Zucchini ist dabei das Herz des Films. Man sieht die Geschichte aus seiner Perspektive und kann so miterleben, wie er neue Freundschaften schließt, sich das erste Mal verliebt und auch in einer schier hoffnungslosen Situation dennoch neuen Grund zur Lebensfreude findet. Das alles sind wichtige und zentrale Botschaften, die sich gerade für das jüngere Publikum im Grundschulalter für die Identifikation mit den kleinen Helden anbieten. Untermalt wird die Geschichte von Sophie Hungers wunderbarer Musik und erzählt wird ruhig und mit viel Zeit und Liebe fürs Detail. Ein farbenfroher, verspielter und warmherziger Film, der berührt und begeistert.

(Kinder-/Jugendfilm / Drama, FR 2016, 66 Min, FSK: ab 0 Jahren, FBW Prädikat besonders wertvoll, Regie: Claude Barras)


Mustang

MustangSonntag, 1. Dezember, 15:00 Uhr

Sommer in einem türkischen Dorf. Lale und ihre vier Schwestern wachsen nach dem Tod der Eltern bei ihrem Onkel auf. Als sie nach der Schule beim unschuldigen Herumtollen mit ein paar Jungs im Meer beobachtet werden, lösen sie einen Skandal aus. Ihr als schamlos wahrgenommenes Verhalten hat dramatische Folgen: Das Haus der Familie wird zum Gefängnis, Benimmunterricht ersetzt die Schule und Ehen werden arrangiert. Doch die fünf Schwestern – allesamt von großem Freiheitsdrang erfüllt – beginnen, sich gegen die ihnen auferlegten Grenzen aufzulehnen.

Einfühlsam und kraftvoll zugleich setzt die junge Regisseurin Deniz Gamze Ergüven die unzähmbare Lebenslust der fünf Schwestern in Szene, die sich in einer von Männern geprägten Gesellschaft ihr Recht auf Selbstbestimmung erkämpfen. Mit lichtdurchfluteten Bildern trotzt der Film dem dramatischen Geschehen und setzt der Brutalität zarte Sinnlichkeit und jugendliches Aufbegehren entgegen, die den Zuschauer tief berühren und mit Hoffnung erfüllen.

(Kinder- /Jugendfilm / Drama, TR/FR/DE 2016, 123 Min, FSK: ab 12 Jahren, FBW Prädikat besonders wertvoll, Regie: Deniz Gamze Ergüven)


Bekas – Die Abenteuer von zwei Superhelden

Sonntag, 8. Dezember, 15:00 Uhr

Kurdistan, Irak 1990: Die Brüder Zana (7) und Dana (10) leben als Waisenkinder auf den Straßen des von Saddam Hussein regierten Landes. Als eines Tages „Superman“ im örtlichen Kino gezeigt wird, klettern die beiden auf ein Dach, um einen Blick auf den größten Helden aller Zeiten zu erhaschen. Von da an wird Amerika zur „Stadt ihrer Träume“ – einem magischen Ort, an dem sie unbedingt leben wollen. Doch um eine solche Reise zu wagen, braucht man Pässe und viel Geld. Die Situation scheint aussichtslos.
Schließlich machen sich Dana und Zana auf dem Rücken eines Esels namens „Michael Jackson“ mit einer Landkarte, einem wertlosen Medaillon, Brot und Wasser auf den Weg. Die staubige, triste Straße zur Grenze birgt jedoch Hindernisse und Gefahren, die die Beziehung der Brüder auf eine harte Probe stellt. Werden die beiden einen Weg über die strengbewachte Landesgrenze finden und ihren Traum verwirklichen können?

Der Autor und Regisseur Karzan Kader floh selbst als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Kurdistan. Von den eigenen Erfahrungen inspiriert, wollte er mit BEKAS eine einzigartige Geschichte aus einem Land erzählen, in dem seit Jahren Krieg und Unruhen herrschen.

(Kinder- /Jugendfilm / Drama, SW/FI/IQ 2014, 123 Min, FSK: ab 6 Jahren, FBW Prädikat besonders wertvoll, Regie: Karzan Kader)



Für Schulklassen

Jeder Film mit Einführung.
Der Eintritt je Filmvorstellung kostet 1 €
Anmeldung für Schulklasse telefonisch unter 0231 527248 (Humanistischer Verband)


Für Schulklassen: Mein Leben als Zuchini

Mein Leben als ZucchiniMittwoch, 27. November, 9:00 Uhr

Eigentlich hat noch niemand den kleinen Jungen bei seinem richtigen Namen gerufen. Er hieß einfach immer schon „Zucchini“. Und deswegen ist das auch der Name, auf den er hört und mit dem er von dem netten Polizisten namens Raymond in das Waisenhaus gebracht wird. Denn Zucchini hat keine Eltern mehr. Der Vater ist schon lange weg und die Mutter ist durch einen ganz komischen Unfall auch nicht mehr da. Nun aber soll Zucchini in der fremden Umgebung neue Freunde finden. Das fällt ihm zunächst schwer, geht dann aber doch ganz leicht. Bis eines Tages Camille ins Heim kommt. Und da lernt Zucchini dann tatsächlich etwas ganz Neues kennen. Denn zum allerersten Mal ist er verliebt.

Die schweizerisch/französische Koproduktion überzeugt als liebevoll erdachte und kunstvoll umgesetzte Stop-Motion-Animation. Die Figuren wirken mit ihren großen Köpfen zunächst etwas ungewöhnlich. Und doch schließt man sie, auch aufgrund ihrer großartig herausgearbeiteten Charaktere, schnell ins Herz. Zucchini ist dabei das Herz des Films. Man sieht die Geschichte aus seiner Perspektive und kann so miterleben, wie er neue Freundschaften schließt, sich das erste Mal verliebt und auch in einer schier hoffnungslosen Situation dennoch neuen Grund zur Lebensfreude findet. Das alles sind wichtige und zentrale Botschaften, die sich gerade für das jüngere Publikum im Grundschulalter für die Identifikation mit den kleinen Helden anbieten. Untermalt wird die Geschichte von Sophie Hungers wunderbarer Musik und erzählt wird ruhig und mit viel Zeit und Liebe fürs Detail. Ein farbenfroher, verspielter und warmherziger Film, der berührt und begeistert.

(Kinder-/Jugendfilm / Drama, FR 2016, 66 Min, FSK: ab 0 Jahren, FBW Prädikat besonders wertvoll, Regie: Claude Barras)


Für Schulklassen: Wrong Elements

Wrong Elements04. Dezember, 9:00 Uhr

Uganda, 1989. Joseph Kony, ein junger Kämpfer aus dem Stamm der Ancholi, folgt seinen spirituellen Eingebungen und gründet eine Rebellenbewegung gegen die Regierung: die LRA, die Lord‘s Resistance Army. Es ist eine Armee, die sich aus entführten Jugendlichen rekrutiert – in 25 Jahren wurden mehr als 60.000 Jugendliche gefangen genommen, von denen weniger als die Hälfte den Dschungel lebend verlassen hat.

Geofrey, Nighty, Mike und Lapisa sind Freunde. Sie gehören zu diesen Jugendlichen, sie wurden im Alter zwischen 12 und 13 entführt. Während sie versuchen, ein normales Leben wieder aufzubauen, werden sie noch einmal die Stätten und Orte besuchen, an denen ihre Kindheit verloren ging. Sie sind sowohl Opfer als auch Täter, Zeugen und Handelnde einer grauenhaften Szene. Sie werden für immer die Fremdkörper bleiben, die die Gesellschaft zu akzeptieren versucht. Unterdessen, verborgen in der Unermesslichkeit des zentralafrikanischen Dschungels, jagt die ugandische Armee bis heute die letzten verstreuten Rebellen der LRA. Auch Joseph Kony ist noch da draußen, auf der Flucht…

Schriftsteller Jonathan Littell, dessen preisgekröntes Opus Magnum „Die Wohlgesinnten“ zu den meistdiskutierten Büchern aller Zeiten gehört, gelingt in seinem Debüt als Filmregisseur eine aufwühlende und erschütternde Kinoerfahrung, die den Spuren der Gewalt folgt und ihren doppelten Boden erbeben lässt.

(Doku, FR/DE/BE 2016, 133 Min, FSK ab 12 Jahren, Regie: Jonathan Litten)


Für Schulklassen: Das Mädchen Wadjda

11. Dezember, 9:00 Uhr

Das Mädchen WadjdaGrün ist die Farbe des Propheten, die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Und grün ist auch das Fahrrad, das sich die zehnjährige Wadjda wünscht, ein Symbol für Freiheit. In Wadjdas Heimat Saudi-Arabien dürfen Frauen kein Auto fahren und Mädchen keine Fahrräder benutzen. Von solchen Gesetzen hält ein selbstbewusster Teenager wie Wadjda allerdings nicht viel, zumal sie am liebsten Jeans und coole Turnschuhe trägt, mit dem Vater beim Computerspielen um die Wette zockt und auch sonst nicht auf den Mund gefallen ist. Auch die Warnung der Mutter, sie könne vom Fahrradfahren womöglich keine Kinder mehr bekommen, nimmt sie nicht weiter ernst. Vielmehr hat das clevere Mädchen schon eine Idee, wie sie das Geld verdienen kann, um das Rad zu kaufen.

In ihrem Debüt erzählt Regisseurin Haifaa Al Mansour neben der Geschichte noch viel mehr. Sie erlaubt Einblicke in ein Land und eine Kultur, die ihre Frauen vor den Blicken Fremder schützen will und deren Rechte auf radikale Weise unterdrückt. Mit kleinen Gesten und Handlungen erlaubt der Film jedoch seinen weiblichen Figuren, sich ein Stück weit zu befreien und für das einzustehen, was sie sich erträumen. Waad Mohammed, die Darstellerin der jungen Heldin Wadjda, nimmt den westlichen Zuschauer mit auf diese faszinierende und oft auch erschreckende Reise in ein Land, im dem sogar das Kino verboten ist. Durch ihre Ausstrahlung, ihre mutige Unangepasstheit und ihr bezauberndes Wesen ist man von Anfang an gefesselt und möchte keine Minute verpassen. Mit einer ruhigen Erzählweise, wunderbaren Bildern und starken Figuren bietet diese deutsch-saudi-arabische Koproduktion auch für Jugendliche erste Einblicke in ein ganz anderes Dasein. Dass es diesen mutigen Film gibt, ist selbst ein kleines Wunder! Und eine Perle, die es zu entdecken lohnt.

(Kinder- und Jugendfilm / Drama, SA/DE 2013, 127 Min, FSK: ab 0 Jahren, FBW Prädikat besonders wertvoll, Reige: Haifaa Al Mansour)