• DE/MNG 2020
  • 91 Min
  • Regie: Uisenma Borchu
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
  • offizielle Filmseite
schwarze milch

Vorführungen:

  • Do, 23. Juli 2020 – So, 26. Juli 2020 um 19:15 Uhr
  • Di, 28. Juli 2020 – Mi, 29. Juli 2020 um 18:30 Uhr
  • Do, 30. Juli 2020 – Fr, 31. Juli 2020 um 21:00 Uhr

In der mongolischen Wüste Gobi verbringen zwei Schwestern die ersten Jahre ihrer Kindheit gemeinsam, dann werden sie getrennt. Die Eine wächst in Deutschland auf, während die Andere in der Mongolei bleibt und dort das traditionelle Leben der Nomaden lebt. Doch auch noch Jahre später sehnen sich die beiden Schwestern nacheinander. Es kommt zu einem emotionalen Wiedersehen in der Wüste. Zwei Welten treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zwei Menschen, die einander brauchen, aber nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Wird die frühere Vertrautheit die Kluft überwinden können? Es ist eine Suche nach Anerkennung und Liebe, manifestiert als Kampf der Kulturen…

Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir unseren Instinkt ganz verlieren? Das ist eine der Fragen, denen Uisenma Borchu in ihrem zweiten semibiografischen Spielfilm nachgeht. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln, einer Reise in ein fremd-vertrautes Land, einer Entdeckungsreise zu sich selbst.

Uisenma Borchu gelingt es, ein authentisches, fast dokumentarisches Bild des Lebens von Nomaden in der Wüste zu zeichnen und zugleich einen visuell und erzählerisch außergewöhnlichen Spielfilm mit eigenständiger Handschrift zu schaffen, ein Werk der Kunst – oft atemlos, immer atemberaubend, radikal und sinnlich. Sie arbeitet vor allem mit Laiendarstellern, die meisten von ihnen kennt sie schon lange, filmt sie in ihrer natürlichen Umgebung.

SCHWARZE MILCH reflektiert nicht nur die Rolle der Frau, sondern auch den Umgang des Menschen mit sich selbst und mit der Natur. Der Film hinterfragt Konventionen, westliche wie östliche. Wer ist freier? Und er stellt eine der zentralen Fragen unserer Zeit: Was bedeutet unsere Herkunft für uns und wie gehen wir damit um? Gibt es ein Zurück in die Heimat?

In das Drehbuch, das Uisenma Borchu schrieb, gingen Elemente ihres eigenen Lebens und das ihrer Familie ein. Für die sinnlich-schöne Fotografie des Films, der zu weiten Teilen in der Wüste Gobi gedreht wurde, sorgt die Kameraarbeit des renommierten Fotografen Sven Zellner.

Uisenma Borchu sorgte schon mit ihrem preisgekrönten Diplomfilm um eine ungewöhnliche Frauenbeziehung für Aufsehen und zeigte ihre starke künstlerische Handschrift: Für „Schau mich nicht so an“ (2015), in dem sie an der Seite von Josef Bierbichler auch selbst spielt, wurde sie u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis als Nachwuchsregisseurin, dem Fipresci Filmkritikerpreis beim Filmfest München und dem Grand Prix in der New Talent Competition des Taipeh Film Festivals ausgezeichnet. Für ihre zweite Arbeit als Regisseurin konnte sie Franz Rogowski, einen der profiliertesten jungen deutschen Schauspieler, als Filmpartner gewinnen. Der Deutsche Filmpreis-Träger wurde von der renommierten US-Filmseite „IndieWire“ unlängst zum „Durchstarter 2019“ gekürt.  Seine Weltpremiere feierte SCHWARZE MILCH im Programm des Panorama der 70. Berlinale.

Die Mongolei

Rund drei Millionen Menschen leben in der Mongolei, einer Fläche, die viereinhalb mal so groß ist wie Deutschland – eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Grasbewachsene Steppen und die Wüste Gobi nehmen den Großteil der Fläche ein, nomadische Viehwirtschaft und Bergbau sind die bedeutendsten Wirtschaftszweige in dem rohstoffreichen Land, das schon vor 500.000 Jahren besiedelt war. 1206 gründete Dschingis Khan das Mongolische Reich, das sich von Asien nach Europa erstreckte, damals das größte territorial zusammenhängende Imperium.

Nomadenleben

Ca. ein Drittel der Einwohner der Mongolei lebt als Nomaden, es gibt ungefähr 160.000 Nomadenfamilien. Die Familien halten Pferde, Schafe, Ziegen und Rinder, viele auch Kamele oder Yaks, manche züchten Rentiere. Die Größe der Herden und die Beschaffenheit der Weiden variiert in den Regionen und bestimmt die Produktion. 500 bis 600 Tiere sind die Regel. Ein Nationalgetränk ist Airag, ein Getränk aus Kumis, vergorene Stutenmilch. Der Winter in der Mongolei ist lang und hart, es schneit oft von September bis in den Mai, die Temperaturen können auf unter -40°C fallen.