Seaside Special (Bundesstart)

  • Vorführungen:

    • Do, 19. Januar 2023 – Do, 19. Januar 2023 um 17:00 Uhr
    • Sa, 21. Januar 2023 – So, 22. Januar 2023 um 17:00 Uhr
    • Mo, 23. Januar 2023 – Mi, 25. Januar 2023 um 17:00 Uhr

    Ein Liebesbrief an Brexit Britain? Heute? Ja, tatsächlich: Seaside Special ist eine warmherzige, witzige Liebeserklärung an unsere Cousins im Norden, just als sich Groß­britannien mühselig und schmerzhaft aus der Europäischen Union verabschiedet. Im Mittelpunkt steht der Küstenort Cromer in Norfolk – ein Ort, wie er britischer kaum sein könnte. 2016 stimmten hier bald zwei Drittel der Wähler für den Austritt aus der EU – der sich seitdem aber als extrem holprig erweist, und Familien ebenso wie das ganze Land spaltet.

    Der deutsche Filmemacher Jens Meurer verfolgte das Jahr der endgültigen Entscheidung in Cromer, genauer auf der Seebrücke Cromers, an deren Ende jeden Sommer und jeden Winter, das Seaside Special, das weltweit letzte End-of-the-Pier-Varieté aufgeführt wird. Ein Mikrokosmos Großbritanniens, eine very britische Show, deren Macher von den ebenso den Wirren des Brexit hin- und hergerissen wird wie der Bewohner der Kleinstadt im entlegenen Nord-Norfolk – übrigens der östlichste Punkt des Landes, Amsterdam näher als London.

    Gleichzeitig ist der Film ein Hommage an ein Theater, das alles beinhaltet was wir ‚Continentals‘ an den Briten so lieben: ihren Humor, ihre Schlagfertigkeit, ihre Exzentrik, ihre Liebenswürdigkeit – also alles, was wir an ihnen missen werden, wenn sie sich von uns trennen.

    Der Filmemacher – Träger des europäischen Filmpreis‘ für Dokumentarfilm – versteht den Film auch als persönliche Reaktion auf Populismus und zunehm­enden Nationalismus, nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa – Meurer hat mit Boris Johnson und Michael Gove in Oxford studiert, seine eigene Familie ist halb-Englisch. Seaside Special ist deshalb nicht noch ein Film mit Experten und politischen Meinungen, sondern eine persönliche Begegnung, beinahe eine Gegenwehr – zum Lachen und zum Weinen. Stelle Sie sich vor Ken Loach, Monty Python und Martin Parr hätten zusammen einen Dok-Film gedreht! Gefilmt auf 16mm.