• DE/AT 2020
  • 91 Min
  • Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
  • FSK: keine Angabe
  • FBW Prädikat besonders wertvoll
  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 24. September 2020 – So, 27. September 2020 um 17:00 Uhr
  • Di, 29. September 2020 – Mi, 30. September 2020 um 19:15 Uhr
  • Do, 1. Oktober 2020 – Sa, 3. Oktober 2020 um 17:00 Uhr
  • So, 4. Oktober 2020 um 21:00 Uhr
  • Mo, 5. Oktober 2020 um 21:00 Uhr
  • Di, 6. Oktober 2020 – Mi, 7. Oktober 2020 um 17:00 Uhr

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet ‚Space Dogs‘ die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magischen Erzählung über die Moskauer Straßenhunde – vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

Regiekommentar
Jahrmillionen nach der Entstehung der Erde war es eine Moskauer Straßenhündin, die in einer Metallkugel als erstes Lebewesen unseren Planeten umkreiste. Es ist dieser absurde Moment der Menschheitsgeschichte, der uns von Beginn an bewegt hat. Und wir wussten, dass diese Erzählung an diesem Punkt noch nicht ihr Ende gefunden hatte. Was geschah, als Laikas toter Körper beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte? Als wir in Archivaufnahmen sahen, wie ein Hund im All minutenlang in die Kamera blickt, entstand eine zentrale Frage dieses Films: Was sehen die Hunde in uns Menschen? Diese Frage führte uns schließlich ins heutige Moskau, wo wir Laikas möglichen Nachfahren begegneten und mit ihnen diese Geschichte weitererzählten. Während der sechs Monate, die wir mit den Hunden auf den Straßen von Moskau verbracht haben, fühlten wir uns oft von ihnen beobachtet und hinterfragt. Nach und nach merkten wir, dass wir diese Tiere bisher nur als Teil unserer Welt kannten. Uns selbst als Teil ihrer Welt kannten wir bisher nicht. Darum haben wir Straßenhunde zu den Hauptfiguren unseres Films gemacht. Sie nehmen jenen Platz ein, der im Kino sonst den Menschen vorbehalten ist. Wir wollten ein Kinoerlebnis kreieren, in dem uns die Hunde durch die Stadt führen.

Von ihnen zu erzählen heißt, die Risse einer Stadt zu offenbaren. Die Hunde leben dort, wo die menschliche Kontrolle schwindet, wo die Stadt zerfällt und dadurch neue Räume entstehen. So sind diese Tiere auf de

r Straße ständig Suchende, Entdecker unbekannter Welten. Auf ihren Wegen im Verborgenen der Nacht begegnen sie Menschen, die gleichfalls Streunende und Verstoßene sind, Gestrandete in den Ruinen der Zeit.

Dieser Film handelt vom Verhältnis einer anderen Spezies zu uns Menschen. Einer Spezies, die in der Raumfahrtgeschichte in doppelter Hinsicht benutzt wurde: als Versuchsobjekt und zugleich als Symbol für Mut und Heldentum. Die Hunde mussten die Träume der Menschen erfüllen, indem sie an ihrer Stelle den Kosmos eroberten. Ihre Geschichte wurde zur Fabel – eine Legendenbildung, von deren Härte wir erzählen wollten. Diesen Fabeln und Legenden, den unbekannten Welten und ihren Entdeckern ist ‚Space Dogs‘ gewidmet. (Elsa Kremser & Levin Peter, Juli 2019)

Pressestimmen:

„Der pointierte Einsatz von Musik, das gelungene Wechselspiel zwischen Vergangenem in Form von Archivmaterial und Gegenwärtigem sowie Alexey Serebryakov, der als eine Art Gottwesen oder allwissender Erzähler das erzählerische Grundgerüst dieses Filmes bildet, erschafft ein eigenartiges Zwischenreich zwischen den Zeiten, das sich an vielen Stellen anfühlt wie ein Vorgriff auf jene nahe Zukunft, in der der Mensch nicht mehr das Zentrum der Welt ist, sondern vielmehr eine Art unter vielen anderen.

The dogs are coming! And thank god they’re friendly.“ Kino-Zeit

„Ein gewagter Film, der neben seinen formalen wie erzählerischen Qualitäten eindrucksvoll beweist, dass das Kino immer noch ein Ort ist, an dem wir über uns und den Zustand der Welt nachdenken können und neue Impulse erfahren.“ Deutsche Film- und Medienbewertung (Prädikat besonders wertvoll)

„Als beobachtender Tierfilm weitgehend aus der Augenhöhe von Hunden gedreht – Kameramann Yunus Roy Imer hat Tolles geleistet –, ist ´Space Dogs´ schlicht sensationell.“ Filmdienst

„Nicht mit dem Blick eines Wissenschaftlers, sondern buchstäblich auf Augenhöhe, mit schnupperndem Interesse.“ Süddeutsche Zeitung

„Herausragendes Beispiel aktueller Dokumentarfilmkunst.“ Artechock.de

„Ein Gebet.“ WDR 3

„Mit beeindruckender Kameraführung ergibt sich ein einzigartiger Blick auf die Welt der Hunde und ihre Verbindung zum Menschen.“ chrismon

„Kremser und Peter entwerfen mit Hilfe der immer wieder ins Mythische spielenden Narration Srebryakovs eine gemeinsame Kosmologie von Mensch und Hund.“ critic.de

„´Space Dogs´ erzählt von Straßenhunden in Moskau. Und zwar auf eine zugleich poetische und technisch höchst spannende Weise, denn die Kamera ist meinst auf Straßenniveau auch bei Szenen dabei, bei denen man sie fast für unsichtbar halten müsste…In der Summe ist ´Space Dogs´ ein großartig fotografierter Film über die Rückseiten von Moskau, über Bereiche der Stadt, in der die herrenlosen Hunde ihre Orte haben, über eine Koexistenz zwischen zwei Gattungen, die kaum Notiz voneinander zu nehmen scheinen…Die Farben, die Stimmungen, alles scheint durchwirkt von den jenseitigen Erfahrungen der Weltraumhunde, die vom Menschen und der Erde etwas gesehen haben, wovon sie uns nie erzählen werden. Der beste Freund des Menschen ist auch das größte Rätsel.“ tip Berlin

„Elegant und poetisch schlägt die fantastische Tier-Dokumentation den Bogen von der Geschichte der russischen Weltraumhunde zum hautnah gefilmten Leben von Straßenhunden im heutigen Moskau.“ Kölner Stadt-Anzeiger