Dokumentarfilmfestival Stranger than Fiction #21 + Gäste

Vorführungen:

  • Mo, 28. Januar 2019 um 17:00 Uhr
  • Mo, 28. Januar 2019 um 19:00 Uhr
  • Mo, 28. Januar 2019 um 21:00 Uhr
  • Mi, 30. Januar 2019 um 20:00 Uhr
  • Fr, 1. Februar 2019 um 19:00 Uhr
  • So, 3. Februar 2019 um 17:00 Uhr
  • Mo, 4. Februar 2019 um 17:00 Uhr
  • Mo, 4. Februar 2019 um 19:00 Uhr
  • Mo, 4. Februar 2019 um 21:00 Uhr

Auch die 21. Ausgabe des Dokumentarfilmfestivals findet in zahlreichen Städten in NRW statt und präsentiert aufregende, spannende und poetische Dokumentarfilme, über Kunst, Musik, Migration, Vergangenheitsbewältigung und Identität. Diverse Gäste und Regisseur*innen werden ihre Filme bei uns präsentieren.

Jeweils regulärer Eintritt.

Das Filmprogramm im sweetSixeen-Kino


 

Island of hungry ghosts

Montag, 28. Januar, 17h

Die australische Weihnachtsinsel liegt vor der Küste Indonesiens und ist von Wanderkrabben bevölkert, die in einer Migrationsbewegung, die seit hunderttausenden von Jahren vom Vollmond ausgelöst wird, zu Millionen aus dem Dschungel zum Ozean aufbrechen. Poh Lin ist Traumatherapeutin und lebt mit ihrer Familie auf dieser Insel mit ihren unwirtlichen, wilden Landschaften — einem der letzten Orte, die auf der Erde entdeckt wurden. Jeden Tag spricht sie mit Asylsuchenden, die auf unbestimmte Zeit in einem Hochsicherheitslager festgehalten werden, und versucht unermüdlich, ihnen ihre unerträgliche Situation mit ungewissem Ausgang etwas erträglicher zu machen.

(Doku, DE/UK/AUS/USA 2018, 94 Min., Regie: Gabrielle Brady


Becoming Animal

Montag, 28. Januar, 19h

Viele Menschen sagen, dass sie sich mit der Natur mehr verbunden fühlen möchten. Was heisst das wirklich? Der Film ist eine sinnliche Erforschung unseres Tier-Seins. Zusammen mit dem Autor und Kultphilosophen David Abram machen wir uns auf eine Reise und erleben, wie sich unsere mit den Sinnen verbundene Beziehung mit der Natur dahin entwickelt hat, wo wir uns jetzt befinden.

(Doku, CH/UK 2018, 78 Min., Regie: Peter Mettle, Emma Davie)


Chris the Swiss

Montag, 28. Januar, 21h

Christian Würtenberg starb 1992 in Kroatien. Obwohl der junge Schweizer als Journalist gekommen war, trug er die Uniform einer internationalen Miliz, die auf kroatischer Seite im Bürgerkrieg kämpfte. Lange blieb rätselhaft, warum er selbst zur Waffe griff. Seine Cousine, die Filmemacherin Anja Kofmel, hat sich dieser Frage gestellt. Sie befragt Weggefährten und ergänzt die dokumentarischen Aufnahmen mit düsteren, aufs Wesentliche reduzierten Animationssequenzen, die das narrative Gerüst des Films bilden. Tief eintauchend in die politischen Wirrungen zeichnet der Film nach, wie Chris Teil der nationalistischen, von Opus Dei unterstützten Söldner wurde. Ein politisch bis heute brisanter, visuell beeindruckender Krimi, der zeigt, wie schnell die persönliche Haltung im Krieg versehrt werden kann.

(Doku, CHE/HRV/DE/FIN 2018, s/w, 85 Min., Regie: Anja Kofmel)


Der letzte Jolly Boy

Mittwoch, 30. Januar, 20h + Regisseur

Dokumentarisches Roadmovie von Hans-Erich Viet, der gemeinsam mit dem Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum die Stationen seiner Vergangenheit besucht. Eigentlich hatte Leon Schwarzbaum Sänger werden wollen. Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges spielte der heute 97-Jährige in der Band „Jolly Boys“. Heute ist er der einzige Überlebende der Gruppe. Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Hans-Erich Viet bereist Schwarzbaum deutsch-polnische Vergangenheit und Gegenwart — von der Heimatstadt Kattowitz über das Ghetto Bedzin, die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald bis zum Prozess gegen den SS-Wachmann Reinhold Hanning im Jahr 2016.

(Doku, DE 2018, 106 Min, Regie: Hans-Erich Viet)


Exit

Freitag, 1. Februar, 19h

Als Karen Winther wegen eines Umzugs alte Kisten in die Hände fallen, wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Vor zwanzig Jahren schloss sie sich einer rechtsextremistischen Organisation in Norwegen an, suchte dort das Abenteuer und Gleichgesinnte. „Exit“ ist ihr Film, ihre Geschichte und doch weist die Handlung schnell in andere Richtungen, bleibt nicht im eigenen Gefüge verhaftet. Winther reist in die USA, um Frauen zu treffen, die sich ebenfalls im rechtsextremen Milieu bewegten. Sie sitzt mit einem ehemaligen linksextremen Aktivisten im Auto und unterhält sich über eine prägende Begegnung, viele Jahre zuvor. Neben überraschend verbindenden Motivationen und Erfahrungen teilen alle Schwierigkeiten, die mit ihren „Exits“ zusammenhängen, Schuldgefühle, aber auch Gefährdungen seitens noch aktiver Mitglieder. – Carolin Weidner, DOK Leipzig

(Doku, NO/DE/SE 2018, 80 Min, Regie: Karen Winther)

 


AGGREGAT

Sonntag, 3. Februar, 17h

WERKSTATTGESPRÄCH: GERD-RUGE-STIPENDIUM. Das Gerd-Ruge-Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW ermöglicht jungen FilmemachernInnen die Entwicklung und Vorbereitung eines Dokumentarfilms für das Kino. In dem Werkstattgespräch gibt der Stipendiatin Marie Wilke sowohl jungen Filmemachern wie auch dem interessierten Kinopublikum Einblicke in die Entwicklung ihres Projektes. Sie berichtet von Erfolgen und Schwierigkeiten bei der Recherche und über den Weg von den Dreharbeiten bis zur Fertigstellung des Films.

Aggregat
Nüchtern und unaufgeregt versammelt Aggregat scharfsinnig beobachtete und angeordnete Szenen aus dem aktuellen politischen und medialen Alltag in Deutschland. Die Kamera ist konzentriert und lässt sich nicht ablenken, die Montage operiert mit Schwarzbildern und harten Schnitten. Die nicht verbundenen Fragmente zeigen unkommentiert Situationen, die Vermittlung von Politik oder Kommunikation über Gesellschaft betreffen. Dabei geraten die Rolle der Medien als vierte Gewalt und diverse die Berichterstattung prägende Kriterien genauso in den Blick, wie der Eindruck entsteht, dass es noch viel Kleinarbeit brauchen wird, um die große demokratische Idee zu bewahren.

(Doku, DE 2018, 92 Min, Regie: Marie Wilke)


„zart&zackig“ – forever

Montag, 4. Februar, 17h + Protagonistin Marianne Pitzen zum Filmgespräch

Die Künstlerinnengruppe „zart&zackig“ ist seit 30 Jahren zusammen. Die sieben Künstlerinnen sind zwischen 68 und 80 Jahren alt, sind voller Neid aufeinander, Aggression, Eifersucht, doch haben sie vor allen Dingen einander auch befruchtet, sich unterstützt und gefördert. Sie haben alle, außer einer, Kunst studiert: In Düsseldorf, Paris, Berlin, Köln und Bonn. Sie alle haben unzählige Preise im In-und Ausland erhalten, Auszeichnungen und Stipendien. Sie betrachten einander voller Staunen darüber, wie sie es geschafft haben, so lange zusammen zu bleiben. Sie sagen alle, dass sie aneinander gewachsen sind, sogar da – oder da besonders – wo sie Auseinandersetzungen überwunden haben. Sie betrachten einander voller Sympathie oder Entsetzen, wenn sie die Falten im Gesicht der anderen wahrnehmen und sehen, wie die Älteste unter ihnen ohne Rollator nicht mehr laufen kann, doch trotzdem am Computer aufregende Animationsfilme entwirft.

(Doku, DE 2017, 92 Min, Regie: Annelie Runge)


Dream away

Montag, 4. Februar, 19h

Ein Traumbild, eine Wüstenwanderung. Wir sehen eine Gruppe junger Ägypter. Sie gehen, jeder für sich und doch gemeinsam, durch den dunklen Sand der Sinai-Halbinsel. Wir sehen Menschen, die aufgebrochen sind, vielleicht von einer Party. Aber wir sehen nicht, wohin sie wollen. Ein Bild, das sich derart mit Vergangenheit vollgesogen hat, dass es schwerfällt, in ihm eine Zukunft zu finden. Wir begleiten die jungen Angestellten eines der zahlreichen Luxushotels von Scharm el-Scheich. Postrevolutionäre Unruhen und Terrorattacken haben den Ferienort am Roten Meer aussterben lassen: die Hotelanlagen sind unbewohnt, die Pool-Gymnastik-Einheiten teilnehmerlos, die Ausgehmeilen gespenstisch leer. Die Flugzeuge mit den Touristenüberfliegen die Stadt, aber sie landen hier nicht mehr. Mit einer traumwandlerischen Aufmerksamkeit ergründet dieser Film die Lebensrealitäten, Sehnsüchte und Notlagen junger Ägypter, an deren Vergangenheiten sich auf einmal keine Zukünfte mehr anschließen.– Lukas Stern, DOK Leipzig

(Doku, DE 2018, 86 Min, Regie: Marouan Omara, Johanna Domke)


Asi mit Niwoh

Montag, 4. Februar, 21h + Regisseur

Er hat mit Lemmy von Motörhead gesoffen und war kurzzeitig im Knast. Er war Straßenmusiker, Prolet, Spinner, Tunte und vor allem immer Rebell – Jürgen Zeltinger ist eine Kölner Ikone. Mit seiner Band coverte er in den 80er Jahren Lou Reed und die Ramones auf Kölsch, und seine sozialkritischen Lieder wie Sozialamt werden noch heute mitgegrölt. Der Dokumentarfilmer Oliver Schwabe begleitet den Altrocker auf Tour, sichtet altes Live-Material und interviewt Freunde und Weggefährten wie Wolfgang Niedecken und Heiner Lauterbach. So erzählt er die faszinierende Geschichte des dicken, glatzköpfigen Straßenjungen mit der kurzen Zündschnur, der eine ganze Generation geprägt hat. – Film Festival Cologne

(Doku, DE 2018, 90 Min, Regie: Oliver Schwabe )