Stranger than Fiction – 24. Dokumentarfilmfestival: Garderie Nocturne

Vorführungen:

  • So, 30. Januar 2022 um 17:00 Uhr

 

 

 

 

STF – Alle Termine im Überblick:

29.1. 19h We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden

30.1. Matinee 13h La Cen

30.1. 17h Garderie Nocturne

31.1. 19h The good Soldiers (aka Silence Breakers)

1.2. 17h Monobloc

3.2. 17h The first 54 years

5.2. 17h Bloody nose, empty pockets


Filmkritik:

Das Dokumentarfilmfest STRANGER THAN FICTION präsentiert einmal im Jahr neue nationale und internationale Dokumentarfilme in NRW, die einen Querschnitt aus dem heutigen Dokumentarfilmschaffen bieten. Präsentiert werden dabei vor allem Produktionen, die den Rahmen und die Form des konventionellen Dokumentarfilms sprengen und die eine neue oder ungewöhnliche Vermittlung ihrer Inhalte bieten. Einige dieser Filme haben große Aufmerksamkeit auf nationalen und internationalen Festivals erhalten, andere sind inhaltlich wie auch von ihrem Produktionsverlauf regional verortet. Die meisten dieser Dokumentarfilme werden in Deutschland keine gängige Kinoauswertung erhalten, die Präsentation im Festival wird häufig nicht nur die erste, sondern auch die einzige Vorführung in Dortmund und NRW sein.
Neben der seit Beginn bestehenden Sektion für den „Dokumentarfilm International“ hat sich seit einigen Jahren als zweite Sektion der regionale Schwerpunkt etablieren lassen. Es ist uns gelungen, diese Sektion „Dokumentarfilme aus NRW“ weiter auszubauen. Es wurden vermehrt Premieren von Dokumentarfilmen präsentiert, die thematisch eng mit Nordrhein-Westfalen verbunden sind und dann sowohl in Dortmund als auch in anderen NRW-Städten zur Vorführung gebracht werden. Dazu gibt es verstärkt die Möglichkeit zum direkten Gespräch mit den Filmemachern, die aufgrund der räumlichen Nähe zu den Aufführungsorten bei den Vorstellungen zu Gast sein werden.

In der Kreisstadt Bobo-Dioulasso, in der Nähe von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou, geben Sexarbeiterinnen ihren Nachwuchs in die Obhut von Frau Coda, einer älteren Dame, die sich seit Jahrzehnten um Kinder kümmert, deren Mütter nachts auf der Straße ihr Geld verdienen. Dem Filmemacher Moumouni Sanou ist es über die Jahre gelungen, das Vertrauen aller Beteiligten zu gewinnen und einen tiefen Einblick in das Leben von Odile und Farida zu bekommen, die beide auf die Dienste von Frau Coda angewiesen sind. Zärtlich und sehr genau beobachtet er alle Aspekte ihres Lebens, Hausarbeit, Freizeit, intime Momente des Mutterseins, auch ihre Beziehung zu Frau Coda und wie diese ihre Kinder erzieht. Im Mittelpunkt des Films stehen die Erfahrungen von Frauen. Männer und Väter sind abwesend, außer in den mal amüsanten, mal zutiefst erschütternden Geschichten, die Farida und Odile von ihrer Arbeit erzählen. Sanous zurückhaltender, respektvoller Blick macht die Vorzüge horizontalen Filmemachens deutlich, das sich durch größtmögliche Aufmerksamkeit und Sensibilität den Protagonisten gegenüber auszeichnet.
Quelle: 71. Internationale Filmfestspiele Berlin

Moumouni Sanou, geboren 1987 in Burkina Faso. Er studierte Film und arbeitet als Editor, Kameramann und Regisseur. Garderie nocturne ist sein erster abendfüllender Film.
Produktion Berni Goldblat. Produktionsfirma Les Films du Djabadjah (Bobo-Dioulasso, Burkina Faso). Regie, Buch Moumouni Sanou. Kamera Pierre Laval. Montage François Sculier. Sound Design Ivan Broussegotte. Ton Corneille Houssou. Produktionsleitung Berni Goldblat. Co-Produzent*innen Faissol Gnonlonfin, Meike Martens. Co-Produktion VraiVrai Films, Blinker Filmproduktion. Mit Odile Kambou, Fatim Tiendrebeogo.