The Great Green Wall (Doku) (Bundesstart)

  • GB 2019
  • 92 Min
  • Regie: Jared P. Scott
  • FSK: ab 6 Jahren
  • Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 22. Oktober 2020 – Sa, 24. Oktober 2020 um 18:45 Uhr
  • So, 25. Oktober 2020 um 18:45 Uhr
  • Di, 27. Oktober 2020 – Mi, 28. Oktober 2020 um 17:00 Uhr
  • Do, 29. Oktober 2020 – Sa, 31. Oktober 2020 um 18:45 Uhr
  • So, 1. November 2020 um 18:45 Uhr
  • Mi, 4. November 2020 um 18:45 Uhr

In seinem faszinierenden Dokumentarfilm erzählt Jared P. Scott eine rhythmische Geschichte von Optimismus, Solidarität und Entschlossenheit und offenbart eine neue afrikanische Generation, die bereit ist, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dem Klimawandel den Kampf anzusagen. Der Film entstand mit Unterstützung der Vereinten Nationen.

FILMKRITIK:
Im Jahr 2007 beschlossen die afrikanischen Staaten die Entwicklung der Great Green Wall. Dabei handelt es sich um einen 8.000 Kilometer langen Grüngürtel, der aus Bäumen besteht, die der Dürre trotzen können. Diese Mauer soll nicht nur als Bollwerk gegen die sich ausbreitende Wüste dienen, sondern den Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Denn in der Sahel-Zone, in der der Klimawandel am stärksten zuschlägt und bereits zwei Drittel der Länder ausgedörrt sind, ist dies die letzte Chance. Ohne diese Mauer können die Menschen nicht überleben und sind gezwungen, die Heimat zu verlassen.

„The Great Green Wall“ befasst sich entsprechend nicht nur mit dem Klimawandel, sondern zeigt auch eine neue, junge Generation von Afrikanern, die das Problem angeht und auf jeden Fall vermeiden möchte, ihre Heimat in Richtung Europa verlassen zu müssen – etwas, das der Traum vieler ihrer Vorgänger war. Die Sängerin Inna Modja, die selbst aus Mali stammt, ist entlang dieser noch lückenhaften grünen Mauer gereist und hat mit Menschen im Senegal, in Mali, Nigeria und Äthiopien gesprochen. Es geht dabei um ihre Ängste, Träume und Hoffnungen, und das alles in einer Sprache, die für die afrikanische Kultur schon immer bestimmend war: Musik. Modja singt in diesem Film, sie hat an einem Album gearbeitet, dessen Erlöse in die Entwicklung der Great Green Wall fließen, und sie trifft auf andere Musiker.

Ihre Reise lässt sie auf sehr unterschiedliche Menschen treffen. Auf einen Mann, der im Senegal beim Pflanzen der ersten Bäume im Jahr 2008 dabei war und sie wie seine Kinder sieht, auf Kinder, die verschleppt wurden, sich nun jedoch für dieses Projekt einsetzen, auf Musiker, die den Traum weitertragen, nicht wegzugehen, sondern in der Heimat etwas zu verändern. Es sind unterschiedliche Perspektiven, Menschen, Ansichten, Hintergründe, aber sie alle vereint die Hoffnung auf ein besseres Leben, auch wenn die Mühen, sich dem Klimawandel entgegenzustellen, alles andere als leicht sein werden.

Rückschläge muss man hinnehmen, auch und gerade auf die Great Green Wall, die mehrere Länder durchzieht und auch zwölf Jahre nach dem Beginn des Pflanzens von Bäumen nur lückenhaft vorhanden ist. In manchen Ländern kommt man besser, in anderen schlechter voran, was auch an den Umständen liegt, sind manche Länder doch Kriegsgebiete.

„The Great Green Wall“, der von den Vereinten Nationen unterstützt wurde, ist ein sehenswerter, eindringlicher Film, der von einem unbedingten Optimismus getragen wird. Der Film ist Ausdruck dafür, was Thomas Sankara mit dem vorangestellten Zitat zum Ausdruck bringen wollte: „Wir müssen es wagen, die Zukunft zu erfinden.“

Peter Osterie (Programmkino.de)