• DE/CAN 2019
  • Doku: Originalfassung mit deutschen Voiceover und ggf. Untertiteln
  • Regie: Mirjam Leuze
  • 101 Min
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Di, 10. September 2019 um 20:15 Uhr
  • Do, 12. September 2019 – Sa, 14. September 2019 um 17:00 Uhr
  • Di, 17. September 2019 – Mi, 18. September 2019 um 21:00 Uhr

Dortmund Premiere am Dienstag, 10. September um 20:15h in Anwesenheit der Regisseurin Mirjam Leuze, des Protagonist Hermann Meuter (Walforscher, Pacific Whale Society) und Christa Meuter (Vertreterin der Gitga’at First Nation, Pacific Whale Society).
Regulärer Eintritt.

Sind Wale Individuen mit der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Intelligenz? Janie Wray und Hermann Meuter sind fest davon überzeugt. Seit 15 Jahren dokumentieren die beiden Wal-Forscher das Verhalten von Orcas, Buckel- und Finnwalen an der Westküste Kanadas.

70 Meilen von ihren Forschungsstationen entfernt liegt die kleine Küstenstadt Kitimat. Hier wird eine gigantische Exportanlage für Flüssiggas(LNG) geplant. Auf Supertankern soll das Gas nach Asien exportiert werden. Was die Tankerroute für die Wale bedeuten wird, ist nicht absehbar.

Auch die Gitga’at First Nation, die in dem kleinen Ort Hartley Bay leben, haben sich nach einem zehnjährigen Kampf dem Druck von Industrie und Regierung gebeugt und zugestimmt, dass zukünftig Hunderte von Supertankern durch die Fjorde ihres Territoriums fahren werden.

In den Geschichten der First Nations, den ersten Bewohnern dieser Küste, wird das Meer als „Unterwasserkönigreich“ beschrieben. “Orca Chief“ wacht über die Bewohner des Meeres und weist respektlose Menschen in ihre Schranken. In einer animierten Sequenz, erzählt mit Bildern des Künstlers Roy Henry Vickers, macht die Geschichte von Orca-Chief klar, dass es in dieser Region auch um verschiedene Konzepte unserer Welt geht: Die industrielle Nutzbarmachung des Meeres versus dem Meer als Nahrungsquelle, das es langfristig zu erhalten gilt.

In ihrem Film wirft Regisseurin Mirjam Leuze die Frage auf, ob wir Menschen das Recht haben, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu formen. Was wäre, wenn Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Denken nicht ausschließlich menschliche Fähigkeiten wären?

Nah dran an den beiden Walforschern Hermann Meuter und Janie Wray gibt der Film einen tiefen Einblick in ein einzigartiges Biotop.


Die Regisseurin des Films, Mirjam Leuze, wird am 10. September zur 20.15h-Vorstellung im sweetSixteen-Kino ihre Doku vorstellen:

Regie Statement von Mirjam Leuze

Regisseurin Mirjam Leuze (c) Bernd Beyer

Juni 2002, Gil Island, Westküste Kanadas. Es ist schon fast dunkel, als ich mich auf einen Felsvorsprung an der Südspitze Gil Islands setze. Whale Point wird dieser Platz genannt. Bis auf das rhythmische Klatschen des Wassers ist es still. Plötzlich verändert sich die Geräuschkulisse. Ich höre ein gewaltiges Atmen. Der Kopf eines Buckelwales steigt aus dem Wasser, nur zehn Meter von mir entfernt. Noch nie war ich einem wilden Tier so nahe. Ich habe dort etwas erlebt, wovon viele Menschen berichten, nachdem sie das erste Mal einem Wal aus nächster Nähe begegnet sind: ein tiefes Gefühl von Staunen und Demut angesichts eines Wesens, das für uns Menschen unvorstellbar groß ist. Diesen Film zu machen war eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht. In schwierigen Momenten half es mir, mich an diesen besonderen Moment zu erinnern. Es mag kitschig klingen, doch die Begegnung mit diesem Buckelwal hat mein Leben verändert und mich zu diesem Film inspiriert.