Vorführungen:

  • Sa, 2. Oktober 2021 um 19:30 Uhr

“Tief im Westen (im Kleinformat)” ist eine Raum-Zeit-Reise durch das Ruhrgebiet. Mit Hilfe von Ausschnitten aus alten Familienfilmen ziehen vor unseren Augen Bilder aus den 50er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts vorbei. Es sind anonyme Blicke, die sich durch Städte (u.a. Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen) bewegen, die Feste und Jahrmärkte zeigen, Ausflüge und freudige Erinnerungen, aber auch Arbeit und den Umbruch der Lebenswelt. Blicke, die auf Landschaften, auf Architektur, auf Gesichtern, auf Gesten ruhen, die durch die Ankunft der Moderne plötzlich unzulänglich und überholt sind und die nur noch auf dem Filmstreifen existieren, auf dem sie damals festgehalten wurden. Diese Aufnahmen haben die Veränderungen unserer Region erfasst, die imposanten sicherlich, aber auch diejenigen, die in unserem täglichen Leben verborgen und daher oft für uns selbst unsichtbar sind.

Die in 8mm- und Super8-Format aufgenommenen Filme werden im „Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets“ aufbewahrt und sind vielleicht die einzigen, die die Fähigkeit haben, uns die Intimität, die Individualität eines vergangenen Blicks auf Ereignisse zurückzugeben. Dieser Zauber wurde für die Augen der Zuschauer des digitalen Jahrhunderts mit kleinen Kameras auf empfindlichen, analogen Filmen für uns konserviert.

Die Live-Vertonung von Alessandro Palmitessa (Saxophon, Klarinette) und Thomas Machoczek (Synthesizer, analoges Modular-System) versetzt die stummen Zeitdokumente in eine zerbrechlich wirkende, pulsierende Bewegung.

Eine live vertonte Raum-Zeit-Reise durch das Ruhrgebiet mit Schmalfilmen aus dem Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets

8mm und Super8 Filme digitalisiert, Farbe und S/W, 70 Minuten. Konzeption und Schnitt von Geremia Carrara.


Das „Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets“ entstand im Rahmen des Projektes Interkultur Ruhr (RVR) mit Unterstützung des Forums für Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V. Archivträger ist die Stiftung Ruhrmuseum. Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von Interkultur Ruhr.

Die Veranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, dem NRW Kultursekretariat, der Stadt Dortmund, die Anne-Fischer-Stiftung.